Große/Schöne Salmoniden-Bilderthread 2026

  • Hi Gast, Du bist neu hier. Um das Forum übersichtlich zu halten, bitten wir Dich, erst die Forensuche (Lupe oben rechts) zu bemühen, bevor Du ein neues Thema eröffnest. Vieles wird hier schon diskutiert. Vielen Dank fürs Verständnis und viel Spaß hier!

Pinocchio

Twitch-Titan
Registriert
7. April 2025
Beiträge
99
Punkte Reaktionen
1.597
Ort
DE
Meine Frau hatte sich die Fotos von meinen letzten Angelausflügen am Bach angesehen und meinte: „Da möchte ich auch mal hin – am besten gleich morgen!“ Also: Change of plans. Und so kam es, dass ich heute ungeplant am Bach stand – und nicht erst wie ursprünglich gedacht Mitte Mai.

Der Deal: Wir machen die Tour mit dem Fahrrad – 100 km hin und zurück. Und: Catch & Cook direkt am Wasser. Was macht man nicht alles für seine Frau … und für ein paar Stunden am Bach?

01.jpeg
Zum Deal gehörte auch, dass wir nicht wie ich sonst schon um 05:00 Uhr losfahren, sondern erst gegen 09:00 Uhr. Also blieb genug Zeit, uns in Ruhe ein Frühstück zu machen: Eier auf gestückelten Tomaten – lecker.

02.jpeg
Dann ging es los. Die Fahrräder waren gepackt. Meine komplette Angelausrüstung – Wathose, Schuhe, Rute, Rolle und der ganze Rest – passte ganz gut in eine der Taschen. Also wieder minimalistisch unterwegs.

03.jpeg
Am Bach angekommen, habe ich ihr zuerst die Hängematte direkt am Wasser aufgestellt. Wir hatten abgemacht, dass ich für zwei Stunden fischen gehe und wir danach zwei Fische zubereiten. In der Zwischenzeit wollte sie sich etwas ausruhen und später noch Brennnesseln sammeln gehen. Wie sich herausstellte, hat sie die zwei Stunden durchgeschlafen – aber das leise Rauschen des Bachs ist auch einfach unwiderstehlich, wenn es ums Einschlafen geht.

04.jpeg
Wie immer zuerst ein Blick auf die Wassertemperatur – kälter als die letzten Male um diese Uhrzeit.

05.jpeg
So, was steht auf dem Menü? Ich habe mich für etwas entschieden, das ich sonst nur ein- bis zweimal im Jahr fische: Gummifische. Zum Einsatz kamen NAYS VNM in 5,1 und 6,9 cm an 2-g-Jighaken. Ich bin mir zwar sicher, dass Softbaits liefern, aber ich bin noch nicht besonders geübt im Umgang damit. Deshalb habe ich vorsichtshalber noch zwei mir vertraute Köder eingepackt: wieder einen Tiemco Spoon in 3,5 g und schließlich einen D-Contact in 4,5 cm von SMITH.

06.jpeg
Das ging schnell. Es folgten noch ein paar weitere kleine Bachforellen.

07.jpeg
Die mittlerweile gut bekannten Pools mit Regenbogenforellen lieferten recht schnell unser Mittagessen.

08.jpeg
Ich hoffe, ich verstoße damit nicht gegen die Forenregeln. Geschmeckt haben sie auf jeden Fall.

09.jpeg
Während meiner zweiten Angelsession war sie dann doch noch Brennnesseln sammeln – mit Erfolg.

10.jpeg
Die Brennnesselsuppe war sehr lecker. Und so geht ein langer und sehr schöner Tag zu Ende. Meine Beine sind mir dankbar, dass sie jetzt ruhen können.

Es ist sehr wahrscheinlich, dass ich in Zukunft nur noch mit dem Fahrrad zum Bach fahren werde. Die Strecke ist wunderschön, und das Angeln selbst bekommt für mich dadurch noch einmal eine ganz besondere Qualität. Der einzige Nachteil: Ich habe keine geeignete Reiserute. Die verwendete Tailwalk Ajist TZ ist mir mit ihren 5 g Wurfgewicht zu UL und mit 193 cm auch zu lang. Die anderen Reiseruten, die ich habe, sind noch länger und insgesamt ungeeignet für den Bach.

Deshalb wird wohl eine neue Rute fällig – falls ich nicht einschlafe, wird sie noch heute bestellt.
Tight Lines!
 

gloin

Dr. Jerkl & Mr. Bait
Registriert
10. März 2007
Beiträge
483
Punkte Reaktionen
1.078
Wieder ein richtig schöner Bericht @Pinocchio! Aus gegebenen Anlass: was für ein Thermometer verwendest Du da? Und kann man das auch komplett eintauchen, um bspw eine womöglich abweichende Temperatur am Grund zu messen?
 

gloin

Dr. Jerkl & Mr. Bait
Registriert
10. März 2007
Beiträge
483
Punkte Reaktionen
1.078
Weiterhin ganz schön zäh an meinem Hausgewässer, mehrfach geblankt, aber wenn mal eine beisst, dann …Anhang anzeigen 356052
Wahnsinn, was Du hier für Fische zeigst! Nicht, dass es wirklich eine Rolle spielt, aber aus purer Neugier gefragt: wie groß ist so eine Forelle wie die im Bild? 55 cm oder eher 60? (Falls Du die überhaupt misst)
 

Pinocchio

Twitch-Titan
Registriert
7. April 2025
Beiträge
99
Punkte Reaktionen
1.597
Ort
DE
Hallo in die Runde und zunächst einmal großen Respekt an @michaZ für die Bachforellen – absolute Ausnahmefische!

Nachdem ich letzte Woche an einem für mich eher untypischen Gewässer unterwegs war – kristallklares Wasser, vom Boot aus und mit über 100 Metern Tiefe unter mir – und dort einen hart erarbeiteten Hecht fangen konnte, ging es heute wieder mit dem Fahrrad an mein vertrautes Gewässer: einen kleinen Bach. Hier ein kurzer Bericht vom heutigen Tag.

IMG_0933.JPG
Die Vorbereitung begann bereits gestern mit dem Backen eines Brotes. Ein ganz einfaches Rezept, das meinen Geschmack aber jedes Mal voll trifft: 10 g Hefe in 450 ml lauwarmem Wasser auflösen, dazu 600 g Roggenmehl Typ 630 sowie jeweils 10 g Salz und Zucker geben. Alles gut vermischen – nicht kneten – und anschließend für 12–16 Stunden in den Kühlschrank stellen. Danach kommt der Teig in eine Gussform: zunächst mit Deckel für 30 Minuten bei 250 °C, anschließend ohne Deckel bei 200 °C fertig backen. Und voilà – fertig ist das Brot für die heutige Jause.

IMG_0892.JPG
Als Nächstes noch eine kurze Vorstellung meiner neuen Travel-Rute. Bisher passte nur eine UL-Rute in meine Fahrradtasche. Da mein persönlicher Sweet Spot beim Angeln aber eher bei etwa 5–8 g Wurfgewicht liegt, habe ich mir die Major Craft FTX-50/565L bestellt. Es handelt sich um eine Switch-Rute, die sich dank eines optionalen Segments von etwa 152 cm auf ungefähr 172 cm verlängern lässt beu 2-10 g Wurfgewicht. Heute habe ich ausschließlich die kürzere Version gefischt und war wirklich sehr zufrieden damit. Es ist übrigens meine erste Major Craft, da ich sonst hauptsächlich mit Tenryu-Ruten fische.

IMG_0917.JPG
Ansonsten war ich wieder ziemlich minimalistisch unterwegs. Für heute hatte ich mir eine kleine Challenge vorgenommen: möglichst mit den vier handgemachten Ködern Fische zu fangen. Nach dem Foto habe ich mich dann aber doch noch entschieden, zusätzlich zwei Tiemco-Spoons einzupacken – einmal 7 g und einmal 10 g –, einfach um die neue Rute auch mit meinen Lieblingsködern testen zu können.

IMG_0953.JPG
Gegen 06:00 Uhr ging es los. Die Straßen waren angenehm leer, ebenso die Radwege.

IMG_0952.JPG
Allerdings hatte ich auf der Strecke ordentlich Gegenwind. Deshalb musste zwischendurch mehrfach „gedopt“ werden.

IMG_0946.JPG
Auf dem Weg begegnete ich immer wieder einigen Kanadagans-Familien.

IMG_0958.PNG
Nach etwa 30 Kilometern gab es dann eine kurze Pause beim „Wunschkonzert“. Die Merlin Bird ID App ist dafür wirklich eine nette Spielerei.

IMG_0993.JPG
So, und nach der langen Einführung ging es dann endlich ans Wasser. Die ausführliche Einleitung hatte allerdings einen Grund – das heutige Fischen war wirklich extrem zäh. In den ersten zwei Stunden hatte ich keinen einzigen Biss, keinen Nachläufer, gar nichts. Zwischendurch wechselte ich dann testweise auf die Spoons, einfach um auszuschließen, dass es an den neuen Ködern lag. Daran lag es aber offenbar nicht. Selbst an einem Hotspot, an dem ich normalerweise vier bis fünf Fischkontakte habe, blieb alles ruhig.
Dann endlich doch der erste Fisch – auf einen Köder von User @waldgeist . Etwa eine halbe Stunde später konnte ich noch eine kleine Bachforelle auf einen anderen handgemachten Köder fangen. Danach war erst einmal wieder Funkstille. Die Challange ist letzlich nicht aufgegangen. Ich konnte nur mit zwei der vier handgemachten Köder Fische fangen.
Für die letzte halbe Stunde stieg ich dann komplett auf die Spoons um. Vor allem die 7 g Variante ließ sich mit der neuen Rute wirklich hervorragend fischen – damit war ich sehr zufrieden. Kurz darauf folgte eine kleine Regenbogenforelle, bevor dann etwas Unerwartetes passierte.


IMG_0974.JPG
An diesem Bach rechne ich normalerweise nicht mit großen Fischen – und schon gar nicht mit großen Regenbogenforellen. Laut Verein werden dort seit mehreren Jahren keine mehr besetzt. Und trotzdem tauchen immer wieder einzelne Exemplare auf. Offenbar auch solche Kaliber. Der Drill dauerte etwa fünf Minuten. Zwischendurch verschwand der Fisch in den Wurzeln, und der FC war schon um das Geäst gewickelt. In dem Moment war ich mir ehrlich gesagt nicht sicher, ob das gut ausgehen würde. Aber die Rute hat wirklich ganze Arbeit geleistet, die Rolle sowieso.
Am Ende lag der Fisch dann doch im Kescher: 63 cm. Später, bereits ausgenommen, zeigte die Küchenwaage 2,5 kg an. Morgen kommt die Schwiegermutter zu Besuch – die wird sich freuen.

IMG_0996.JPG
Zum Abschluss gab es dann noch ein kleines Festmahl, bevor es wieder zurückging. Es wurde ordentlich gegessen – einerseits, um Platz für den Fisch zu schaffen, andererseits, um die Glykogenspeicher für die Heimfahrt wieder aufzufüllen. Auf dem Rückweg hatte ich dann zum Glück Rückenwind. Und jetzt wird schon wieder gegessen – leider diesmal nicht mehr direkt am Bach.

Tight Lines!
 

Machete

BA Guru
Registriert
7. August 2013
Beiträge
6.043
Punkte Reaktionen
12.928
Ort
Hölle (Saale)
Hallo in die Runde und zunächst einmal großen Respekt an @michaZ für die Bachforellen – absolute Ausnahmefische!

Nachdem ich letzte Woche an einem für mich eher untypischen Gewässer unterwegs war – kristallklares Wasser, vom Boot aus und mit über 100 Metern Tiefe unter mir – und dort einen hart erarbeiteten Hecht fangen konnte, ging es heute wieder mit dem Fahrrad an mein vertrautes Gewässer: einen kleinen Bach. Hier ein kurzer Bericht vom heutigen Tag.

Anhang anzeigen 356206
Die Vorbereitung begann bereits gestern mit dem Backen eines Brotes. Ein ganz einfaches Rezept, das meinen Geschmack aber jedes Mal voll trifft: 10 g Hefe in 450 ml lauwarmem Wasser auflösen, dazu 600 g Roggenmehl Typ 630 sowie jeweils 10 g Salz und Zucker geben. Alles gut vermischen – nicht kneten – und anschließend für 12–16 Stunden in den Kühlschrank stellen. Danach kommt der Teig in eine Gussform: zunächst mit Deckel für 30 Minuten bei 250 °C, anschließend ohne Deckel bei 200 °C fertig backen. Und voilà – fertig ist das Brot für die heutige Jause.

Anhang anzeigen 356204
Als Nächstes noch eine kurze Vorstellung meiner neuen Travel-Rute. Bisher passte nur eine UL-Rute in meine Fahrradtasche. Da mein persönlicher Sweet Spot beim Angeln aber eher bei etwa 5–8 g Wurfgewicht liegt, habe ich mir die Major Craft FTX-50/565L bestellt. Es handelt sich um eine Switch-Rute, die sich dank eines optionalen Segments von etwa 152 cm auf ungefähr 172 cm verlängern lässt beu 2-10 g Wurfgewicht. Heute habe ich ausschließlich die kürzere Version gefischt und war wirklich sehr zufrieden damit. Es ist übrigens meine erste Major Craft, da ich sonst hauptsächlich mit Tenryu-Ruten fische.

Anhang anzeigen 356205
Ansonsten war ich wieder ziemlich minimalistisch unterwegs. Für heute hatte ich mir eine kleine Challenge vorgenommen: möglichst mit den vier handgemachten Ködern Fische zu fangen. Nach dem Foto habe ich mich dann aber doch noch entschieden, zusätzlich zwei Tiemco-Spoons einzupacken – einmal 7 g und einmal 10 g –, einfach um die neue Rute auch mit meinen Lieblingsködern testen zu können.

Anhang anzeigen 356209
Gegen 06:00 Uhr ging es los. Die Straßen waren angenehm leer, ebenso die Radwege.

Anhang anzeigen 356208
Allerdings hatte ich auf der Strecke ordentlich Gegenwind. Deshalb musste zwischendurch mehrfach „gedopt“ werden.

Anhang anzeigen 356207
Auf dem Weg begegnete ich immer wieder einigen Kanadagans-Familien.

Anhang anzeigen 356210
Nach etwa 30 Kilometern gab es dann eine kurze Pause beim „Wunschkonzert“. Die Merlin Bird ID App ist dafür wirklich eine nette Spielerei.

Anhang anzeigen 356212
So, und nach der langen Einführung ging es dann endlich ans Wasser. Die ausführliche Einleitung hatte allerdings einen Grund – das heutige Fischen war wirklich extrem zäh. In den ersten zwei Stunden hatte ich keinen einzigen Biss, keinen Nachläufer, gar nichts. Zwischendurch wechselte ich dann testweise auf die Spoons, einfach um auszuschließen, dass es an den neuen Ködern lag. Daran lag es aber offenbar nicht. Selbst an einem Hotspot, an dem ich normalerweise vier bis fünf Fischkontakte habe, blieb alles ruhig.
Dann endlich doch der erste Fisch – auf einen Köder von User @waldgeist . Etwa eine halbe Stunde später konnte ich noch eine kleine Bachforelle auf einen anderen handgemachten Köder fangen. Danach war erst einmal wieder Funkstille. Die Challange ist letzlich nicht aufgegangen. Ich konnte nur mit zwei der vier handgemachten Köder Fische fangen.
Für die letzte halbe Stunde stieg ich dann komplett auf die Spoons um. Vor allem die 7 g Variante ließ sich mit der neuen Rute wirklich hervorragend fischen – damit war ich sehr zufrieden. Kurz darauf folgte eine kleine Regenbogenforelle, bevor dann etwas Unerwartetes passierte.


Anhang anzeigen 356211
An diesem Bach rechne ich normalerweise nicht mit großen Fischen – und schon gar nicht mit großen Regenbogenforellen. Laut Verein werden dort seit mehreren Jahren keine mehr besetzt. Und trotzdem tauchen immer wieder einzelne Exemplare auf. Offenbar auch solche Kaliber. Der Drill dauerte etwa fünf Minuten. Zwischendurch verschwand der Fisch in den Wurzeln, und der FC war schon um das Geäst gewickelt. In dem Moment war ich mir ehrlich gesagt nicht sicher, ob das gut ausgehen würde. Aber die Rute hat wirklich ganze Arbeit geleistet, die Rolle sowieso.
Am Ende lag der Fisch dann doch im Kescher: 63 cm. Später, bereits ausgenommen, zeigte die Küchenwaage 2,5 kg an. Morgen kommt die Schwiegermutter zu Besuch – die wird sich freuen.

Anhang anzeigen 356213
Zum Abschluss gab es dann noch ein kleines Festmahl, bevor es wieder zurückging. Es wurde ordentlich gegessen – einerseits, um Platz für den Fisch zu schaffen, andererseits, um die Glykogenspeicher für die Heimfahrt wieder aufzufüllen. Auf dem Rückweg hatte ich dann zum Glück Rückenwind. Und jetzt wird schon wieder gegessen – leider diesmal nicht mehr direkt am Bach.

Tight Lines!
Vielen Dank für den tollen Bericht.
 

Pingoon

Nachläufer
Registriert
29. Januar 2016
Beiträge
20
Punkte Reaktionen
52
1A Unterhaltung, vielen Dank. Da das Radfahren, neben dem Fischen, meine zweite grosse Leidenschaft ist, fiebere ich besonders mit. Und wir verwenden zu 99% das gleiche Rezept für das Brot - echt sehr lecker:)
 

Ullsok

Echo-Orakel
Registriert
15. November 2015
Beiträge
160
Punkte Reaktionen
185
Ort
Rhein-Neckar
@Pinocchio Wow, Petri – toller Fisch für so einen kleinen Bach. Falls du an dem Bach fischst wo ich vermute – weiter oben ist ja eine Teichanlage, vielleicht büxen dort ab und zu welche aus.
 

mastercaster192

Master-Caster
Registriert
20. Januar 2017
Beiträge
517
Punkte Reaktionen
1.915
Die Forellensaison verlief dieses Jahr super erfolgreich bei mir, hab das Glück gehabt ausnahmsweise zwei mal Urlaub an der Ostsee machen zu können. Bornholm im Januar war leider hartes Brot, so wie die letzten Jahre auch. Im März war ich dann aber zum ersten Mal auf Rügen, richtig fischreich war s da jetzt auch nicht - dafür gab es richtig große Fische bei unserem Kurztrip. Dabei ist auch mein bisher schönster Blankfisch rausgekommen, 75cm in Topkondition.260323_Rügen_DSC_3088.jpeg260323_Rügen_ZR1_3118.jpeg
Bei mir zuhause an der Wiesent waren die Bedingungen ob der großen Trockenheit im Frühjahr leider schlecht, also ging es mal an die Talsperre. Wetter hat eigentlich nicht gepasst, aber hatte Glück und konnte morgens direkt eine makellose 55er Bachforelle rauskitzeln.IMG_2870.jpeg
 

Anhänge

IMG_2869.jpeg
Zuletzt bearbeitet:

Seppel

Finesse-Fux
Registriert
2. Februar 2014
Beiträge
1.154
Punkte Reaktionen
4.459
Alter
42
Ort
Pinneberg
Die Forellensaison verlief dieses Jahr super erfolgreich bei mir, hab das Glück gehabt ausnahmsweise zwei mal Urlaub an der Ostsee machen zu können. Bornholm im Januar war leider hartes Brot, so wie die letzten Jahre auch. Im März war ich dann aber zum ersten Mal auf Rügen, richtig fischreich war s da jetzt auch nicht - dafür gab es richtig große Fische bei unserem Kurztrip. Dabei ist auch mein bisher schönster Blankfisch rausgekommen, 75cm in Topkondition.Anhang anzeigen 356449Anhang anzeigen 356450
Bei mir zuhause an der Wiesent waren die Bedingungen ob der großen Trockenheit im Frühjahr leider schlecht, also ging es mal an die Talsperre. Wetter hat eigentlich nicht gepasst, aber hatte Glück und konnte morgens direkt eine makellose 55er Bachforelle rauskitzeln.Anhang anzeigen 356452
MEGA!!! Dickes Petri von mir zum Ostseesiilber und den absolut geilen Bildern!!!!
 

Pinocchio

Twitch-Titan
Registriert
7. April 2025
Beiträge
99
Punkte Reaktionen
1.597
Ort
DE
Hallo in die Runde,
über das lange Wochenende war ich für drei Tage in Bosnien auf einem kurzen Angelurlaub unterwegs. Auf dem Programm standen diesmal nicht die bekannten Salmonidengewässer wie Una, Drina, Vrbas oder Ribnik, sondern drei deutlich weniger bekannte Gewässer – alle unterschiedlich in Charakter, Größe und Stimmung.

Heute möchte ich über meinen absoluten Lieblingsgewässertyp berichten: einen wilden Bach, der sich tief durch die bosnischen Berge gearbeitet hat. Zum dritten Mal war ich in diesem naturbelassenen Canyon unterwegs. Im Unterschied zu den vorherigen Besuchen waren sowohl Anzahl als auch Größe der Fische diesmal sehr bescheiden. Tatsächlich war mir das aber zweitrangig. Der Besuch solcher Orte und das Fischen sind mir persöhnlich viel wichtiger als die Anzahl der gefangenen Fische.

In Sarajevo angekommen, hat mich mein Bruder abgeholt. Bosnien habe ich vor über zwanzig Jahren verlassen, um in Österreich zu studieren. Nur selten komme ich noch runter, aber jedes Mal fühlt es sich besonders an, das Land wiederzusehen, in dem ich meine ersten Fische gefangen habe – gemeinsam mit meinem älteren Bruder der mir das angeln beigebracht hat.

Ich kam recht spät an, und ehe wir schlafen gingen, war es bereits nach Mitternacht. Der Wecker war allerdings schon auf 04:00 Uhr gestellt. Für die Tour mussten wir minimalistisch unterwegs sein. Das wichtigste Stück Ausrüstung war diesmal kein Kescher und keine Köderbox, sondern ein zwanzig Meter langes Seil. Je nach Wasserstand gibt es im Canyon mindestens einen Abschnitt, den man selbst mit Watthose nicht sicher queren kann. Dann heißt es: klettern, absteigen und sich langsam durch das Gelände arbeiten.

002.jpg
Die Struktur lässt bereits erahnen: dort ist der Canyon. Der Plan war, uns mit einem Lokal – einem Freund meines Bruders – an jener Stelle zu treffen, an der wir den Canyon am Ende des Tages wieder verlassen würden. Dort parkten wir das Auto. Anschließend brachte er uns flussaufwärts zu jenem Einstieg, an dem unser langer Tag im Canyon beginnen sollte.

003.jpg
Am Sehnsuchtsort angekommen, zeigte sich der Bach zunächst noch vergleichsweise offen. Das Wasser war breit verteilt, nicht besonders tief, und floss glasklar. Der viele Schnee der vergangenen Winter hatte deutliche Spuren hinterlassen: immer wieder lagen abgerissene Baumstämme. Der Canyon wird nur selten befischt – und das aus mehreren guten Gründen. Zum einen ist die Region bekannt für ihre hohe Bärendichte. Bei unseren ersten beiden Besuchen hatten wir auch eindeutige Spuren gefunden, darunter relativ frischen Bärenkot. Entsprechend gilt hier das genaue Gegenteil dessen, was man als Angler normalerweise versucht: nicht zu vorsichtig und nicht zu leise sein. Je tiefer man in den Canyon vordringt, desto weniger Fluchtmöglichkeiten gibt es. Aber selbst wenn es Ausweichmöglichkeiten gäbe – gegen einen Bären würden sie wenig nützen. Vor allem möchte man keinesfalls einem überraschten Tier auf kurze Distanz begegnen. Deshalb war unser Plan einfach: Die Bären sollten uns früh genug hören und wahrnehmen. Während wir uns langsam bachauf bewegten, wurde zwischen den Würfen immer wieder miteinander gesprochen und beim Gehen genug Geräusche gemacht.

004.jpg
Recht schnell erreichten wir bereits den ersten tieferen Abschnitt. Waten war hier nicht möglich. Vor drei und vier Jahren standen in diesem Bereich noch schöne Bachforellen, diesmal blieb allerdings jede Aktivität aus.

005.jpg
Den Abschnitt konnte man allerdings recht gut umgehen. Dafür mussten wir zunächst ein Stück aufsteigen.

006.jpg
Und danach wieder absteigen. Das Seil kam also bereits nach einer halben Stunde zum ersten Mal zum Einsatz.

008.jpg
Auf der anderen Seite angekommen, entschieden wir uns zunächst einmal zu frühstücken. Auch in den vergangenen Jahren hatte die Fischaktivität erst später zugenommen. Tatsächlich dringt die Sonne selbst zur Mittagszeit in vielen Abschnitten des Canyons kaum bis ans Wasser durch. Entsprechend angenehm kühl blieb es den ganzen Vormittag über – möglicherweise mit Einfluss auf die Aktivität der Fische.

009.jpg
Nach dem Frühstück folgte dann der erste Fisch – eine wunderschöne Bachforelle. Wichtig zu wissen: In dieses Gewässer wurden seit dem Krieg in den 90-er Jahre keine Fische mehr eingesetzt. Hier schwimmen ausschließlich echte wilde Bachforellen. Nahrung gibt es mehr als genug, und eigentlich wirkt der Bach wie perfekter ein Lebensraum. Trotzdem ist der Bestand erstaunlich niedrig - und der Grund dafür ist bekannt.


011.jpg
Nein, das Vorkommen der Ringelnatter ist nicht der Grund. Frösche gibt es im Canyon mehr als genug – und die stehen ohnehin deutlich häufiger auf ihrem Speiseplan. Der Grund ist, wie so oft, der Mensch. Während des Krieges und in den Jahren danach waren die Forellen für viele Menschen eine wichtige Nahrungsquelle. Der Bestand hatte zwar bereits damals abgenommen, war aber laut meinem Bruder, der den Bach schon Ende der 90er befischte, immer noch erstaunlich gut. Leider wird das Gewässer bis heute weitgehend unkontrolliert befischt, und der Bestand ist inzwischen auf ein Minimum zurückgegangen. Im Canyon selbst sind die Fische noch einigermaßen geschützt, da der Zugang schwierig ist. Hauptsächlich befischt wird der Bach oberhalb und unterhalb dieser wilden Abschnitte.

010.jpg
Und so trotzen sie weiterhin allen Umständen – diese wunderschönen wilden Bachforellen.

012.jpg
Je weiter wirbachaufwärts gingen, desto mehr mussten wir aufsteigen. Der letzte Abschnitt des Canyons besteht fast nur noch aus Kaskaden und tiefen Pools, die sich ober- und unterhalb der Felsen gebildet haben. Immer wieder mussten wir über große Felsen klettern – vermutlich der gefährlichste Teil der gesamten Tour. Oft konnte man gar nicht genau sehen, wohin man mit der Hand griff. Und neben den Ringelnattern gibt es hier auch die Hornotter. Genau diese Schlange möchte man besser meiden – was nicht immer gelingt. Etwa 200 Meter weiter bachaufwärts erreichten wir schließlich den Ausstieg. Der Canyon öffnete sich dort bereits deutlich, das Gelände wurde flacher und zugänglicher. Entsprechend nahm auch der Fischkontakt stark ab, da diese Bereiche wesentlich leichter erreichbar sind. Im Bild eine der Kaskaden mit Long-Exposure aufgenommen.

Ein Angeltag ganz nach meinem Geschmack. Die Begrenzung auf zehn Fotos macht es mir ehrlich gesagt schwer, eine Auswahl zu treffen - daher nur zwei schöne Bachforellen. Am nächsten Tag folgte bereits der nächste Canyon, diesmal allerdings an einem größeren Fluss. Wunderbar zu bewaten, dafür aber nur nach einer etwa einstündigen Wanderung bis zum Einstieg erreichbar – und mit weiteren zwei Stunden Rückweg vom Ausstiegspunkt.

Tight Lines!
 

Oben