Gestern haben wir (
@Snakesfreak und ich) dann die Ripple Fisher GTX 81-MH mit der Zenaq Tobizo 83-150 R verglichen. Folgende Eindrücke habe ich gewinnen können:
Die ersten Kandidaten waren unsere größten Popper. In den Splitring kamen Cubera 125, GT Mania 130 und Chug Norris 180 die wiegen geriggt ca 140 / 150 gr sind also im sweetspot der Ruten und haben vergleichsweise große Cups (ca. 4,5cm) die somit einiges an Widerstand bieten.
Beide Ruten haben die Köder absolut zufriedenstellend animiert. Im direkten Vergleich wirkte die GTX vielleicht noch ein kleines bisschen direkter als die Zenaq und konnte den Impuls besser übertragen. Die Spitze der Zenaq gibt ein bisschen mehr nach ohne dass man das Gefühl bekommt, dass zu viel Energie geschluckt wird. Mein Eindruck war, dass die Rute bereits etwa 10 bis 15 Zentimeter hinter der Spitze ordentlich Druck aufbaut, sodass auch die großen Popper kein Problem darstellten.
Nun die Probe aufs Exempel. Floating Stickbaits: Hier war die GTX hoffnungslos unterlegen – genau das, was ich befürchtet hatte. Die Spitze ist zu straff, zumindest für meine Koordinationsfähigkeiten Selbst bei großen Divern muss man beim Sweep extrem vorsichtig sein um den Köder nicht zu überpowern und aus dem Wasser zu reissen. Das war schon bei Ententeich am Kanal kaum möglich. Sobald ein bisschen Welle auf dem Meer ist wird das nicht unbedingt einfacher. Das macht wirklich keine Freude. Getestet haben wir u.a. Shimano Wildresponse 240, Maria Legato 230F, NS Calypso Stickbait 200F
Die Zenaq ist in der Spitze deutlich nachgiebiger als die GTX, ohne dabei langsam zu wirken. So bekommt man ein breiteres Fenster für die Köderanimation zur Verfügung gestellt, die Rute ist also deutlich verzeihender wenn es um unsaubere Technik geht. Ein nicht ganz unwichtiger Faktor wenn man bedenkt, wie körperlich fordernd es sein kann diese Art der Angelei zu betreiben. Irgendwann lässt die Konzentration einfach nach. Durch die "feinere" Spitze ließen sich auch kleinere Stickbaits noch gut werfen und kontrollieren. Ich bin mir nicht mehr ganz sicher, aber wir sind bis etwa 80/90gr runter gegangen und das war mit der Tobizo noch gut machbar. Bei der GTX konnte man sich damit behelfen nur über die Rolle zu arbeiten.
Das Wurfverhalten habe ich nicht bis ins kleinste Detail getestet. Mein Eindruck ist jedoch, dass die GTX schwere Köder etwas selbstverständlicher wirft. Bei der Zenaq muss man dafür ein wenig mehr Kraft aufbringen. Bei leichteren Ködern sehe ich wiederum die Zenaq vorn. Beide werfen aber gut und weit.
Insgesamt sind die Unterschiede beim Wurfverhalten jedoch marginal - wie sich das nach drei vollen Tagen auf dem Wasser darstellt kann ich nicht wirklich beurteilen.
Mein Fazit:
- Wer eine reisetaugliche Popperrute für Köder ab 100 Gramm sucht, greift zur GTX.
- Wer etwas vielseitiger aufgestellt sein möchte, ist mit der Zenaq besser bedient.
Jetzt kommt aber die Crux der Geschichte. Die Intention mit der ich den Vergleich angestellt habe wird nicht wirklich erfüllt, bzw. es ist wieder eine Unsicherheit reingekommen.
Die Tobizo ist doch nicht so vergleichbar mit der EP 86-3 Trevally wie ich gehofft habe. Trotz beinahe identischer Specs liegt ein anderes Konzept beim Design zugrunde, ggf anderes Blank-Material, unterschiedliche Aktion usw. Soweit mein aktueller Stand.
Die Trevally scheint näher an der GTX als an der Tobizo zu sein. Das bringt mich dann wieder nicht weiter.
hier die Einordnung von Zenaq:
Rutenvergleich Zenaq
Dennoch wollte ich euch meine Eindrücke nicht vorenthalten.