Was bereitet dir gerade keine Freude??? aka Was geht Dir auf den Sack?

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DurtyPerch

Bigfish-Magnet
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Moin
Bezüglich der Baustellen kann ich einwenig aus dem Nähkästchen plaudern
Es wurden schlichtweg nicht genug Gelder bewilligt für den Straßen und Tiefbau
Der Winter war ziemlich hart (die Alteingesessenen sagen es war mal wieder richtig Winter, ich sag der war Hart)
Zudem, und das ist das schlimmste, herrscht wie überall ein immenser Fachkräftemangel
Firmen gewinnen Ausschreibungen (man bewirbt sich quasi auf Baustellen) nur um die Baustelle zu haben können die aber nicht anfangen
Selbst die großen Firmen kämpfen derzeit ums Überleben. Ich arbeite bei einem Mittelständler und bin unbezahlt Zuhause (FE also Fehlt Entschuldigt)
So geht's derzeit mit 20 Mitarbeitern (alles Fachkräfte, teils Meister)
Ein guter Freund von mir ist in einer ü1000 Mann Firma
Er hat die Auswahl: Montage (als frisch gebackener Vater) oder FE (als Lohner echt schei**e)
Um es mal zu verdeutlichen (im Bezug auf Gelder)
Ein schon recht hochgestellter Mitarbeiter im Tiefbauamt hat monatlich 20.000 Euro zur Verfügung um Reparaturen am Gehweg/Straße zu erwirken
Egal wie groß der Schaden am Gehweg ist fallen direkt 1000 Euro für die Baustelleneinrichtung an
Sobald die magischen 250 Meter zwischen Schadstelle und Schadstelle überschritten werden fallen wieder 1000 Euro an (wohlgemerkt egal wie groß)
Früher hab es eine 15 Prozent Regelung
Das heißt 15 Prozent des Auftragsvolumen ist die BE (Baustelleneinrichtung)
Ja was will man denn mit 20.000 Euro bewirken?
No Polics aber es wird echt Hässlich aufm Bau!
Wie genau funktioniert das mit den Ausschreibungen genau? Nach welchen Kriterien wird da ausgewählt und was muss man als Unternehmen bei einer Bewerbung angeben?

Ich hab von sowas keine Ahnung. Daher würde mich das echt interessieren. Die Baustellen betreffen einen selbst ja häufig genug, aber was dahinter steht, bekommt man in der Regel als Außenstehender nicht mit ..
 

nicki_sanchez

Dr. Jerkl & Mr. Bait
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Wie genau funktioniert das mit den Ausschreibungen genau? Nach welchen Kriterien wird da ausgewählt und was muss man als Unternehmen bei einer Bewerbung angeben?

Ich hab von sowas keine Ahnung. Daher würde mich das echt interessieren. Die Baustellen betreffen einen selbst ja häufig genug, aber was dahinter steht, bekommt man in der Regel als Außenstehender nicht mit ..
Moin
Eigentlich ist alles Preisgebunden
Firma a nimmt zb weniger den m2 Pflaster wie Firma b
Firma a ist wiederum unbekannt und mit Firma b hat man gute Erfahrungen gesammelt (schnelle saubere Arbeit)
Da ich ein kleiner Lohner bin weiß ich um die genauen Abläufe nicht bescheid
 

Pabstat

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Die Bauindustrie hab ich Gott sei Dank hinter mir gelassen, das Boot sackt durch, nicht zu halten. Zumindest was den Mittelstand angeht. Gab bzw. Gibt hier im Saarland bspw.mal einen Bauunternehmer, der sich die Aufträge der oeffentlichen Hand mit absurden Angeboten geschnappt hat, dann natürlich gepfuscht hat (neue Heli- plattform der Uniklinik wurde bspw. mit deutlich weniger Betonstahl ausgestattet als notwendig). Kam irgendwann dann Mal ins Kittchen, die Firma hat dann aber weitergemacht wie bisher, mit seiner Frau als GF, er war dann als "Vorarbeiter" eingestellt, jeder wusste wie der arbeitet, aber man musste denen die Aufträge geben, weil Preis ausschlaggebend. Oder die osteuropäische Baufirma, die beim Stadionneubau in Saarbrücken den Auftrag für eine simple Backsteinmauer gewonnen hat, durch Preisdumping natürlich, dann ebenfalls gepfuscht hat, aber natürlich nicht mehr zu erreichen war danach. Abreißen, neu bauen. Lokale Baufirmen konnten da nicht konkurrieren. Soviel zum Thema Nachhaltigkeit.Da idR innerhalb der EU ausgeschrieben werden muss, kann eigentlich idR ein deutsches Unternehmen so gut wie nie Konkurrenzfähig sein, abgesehen von Großprojekten natürlich. Hat schon seinen Grund, warum auf Standardbaustellen oft die Hälfte der Fahrzeuge Kennzeichen von jenseits der Donau bzw. der Oder hat. Wer kann, sollte sich den Asiaten anschließen. Hab da lang mit mir gehadert, aber am Ende ist es halt doch so, dass man schauen muss, wo man selbst bleibt.
 

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