Ich messe mit dem Echolot, also mit GPS.
Bitte bedenken: Die Geschwindigkeit skaliert nicht 1:1 mit der Motorleistung! Um ins Gleiten zu kommen ist überproportional mehr Leistung erforderlich. Erst dann läuft das effizient(er). Mit einem Ruderboot-E-Motor kann man das jedoch vergessen. Dafür haben selbst die großen E-Motoren immer noch zu wenig Power.
Bitte ebenfalls bedenken: Ich weiß auch nicht was der ein oder andere mit den Motoren anstellen will bzw. davon erwartet. Auch wenn es schon vielfach gesagt wurde, möchte ich noch mal darauf hinweisen, die sind allesamt überwiegend nicht für Dauervollgas gebaut - auch wenn das Marketing es teils anders propagiert. Entweder man macht man damit bei Ententeich-Wetter mit der Familie eine kleine Bootsfahrt oder man angelt damit. In keinem von beiden Fällen braucht man m.E. mehr als 5 km/h. Will ich Schleppen (und was fangen) oder mit Side-Scan im Echolot anständig arbeiten (und was sehen), fahre ich noch deutlich langsamer.
Somit erschließt sich mir nicht der Bedarf von noch mehr km/h. Wer seinen Wohnungsumzug zwingend mit einem Boot machen muss und die Elbe von Hamburg nach Magdeburg will, der benötigt leider nachwievor einen Verbrenner.
Natürlich ist Reserve nie verkehrt. Man schleppt aber auch das wesentlich größere Gerät mit sich rum und benötigt ggfs. eine kräftigere Batterie. Natürlich finde ich einen V8 oder V12-Zylinder in der Garage auch nett. Aber macht das Sinn, wenn man damit in 98% aller Kilometer auf dem Tacho zum REWE oder zur Kita fährt? Eher nicht.
Bei den 12V Geräte ist bei 55 bis 80 lbs in der Regel Feierabend. Mit einem ordinären Ruderboot geht es da so 6 km/h schnell. Hat man Gegenwind, würde ich mich darauf nicht verlassen. Denn es gilt, was auch bei Verbrennern gilt: Besser als "Hubraum" ist "mehr Hubraum". In diesem Fall sollte man dann auf 24 bzw. 36V Geräte und was bürstenloses ausweichen. Kostet dann allerdings auch deutlich mehr. Großer Vorteil: Man muss keine Kupfertaue mehr verlegen, was weniger ins Geld geht. ;-) Aber Achtung: Die Boote mit solchen Motoren ausgestattet, fahren dann aber nicht plötzlich 18 km/h, nur weil sie dreimal so viel Volt haben (Stichwort: Gleiten!).
Ob nun Bürste oder Nicht-Bürste... viel wichtiger erscheinen mir da so ergonische Fragestellungen wie Pinnenverlängerung u.ä. Sowohl der Motor mit Bürste (Minn Kota) wie auch der ohne (Rhino) wird der handelsübliche Angler kaum an sein End-of-Life bringen. Da wird das Gerät garantiert zuvor gegen ein neues Gadget eingetauscht. Über eine nicht optimal verstellbare Pinne ärgert man sich aber dann bei jedem Ausflug, weil man sich die Hand oder die Schulter verrenkt. Somit würde ich auch auf so etwas schauen, als mich rein von den Höchstgeschwindigkeiten oder 5 lbs mehr oder weniger blenden zu lassen.
Somit sollte vor jedem Kauf
erst mal sorgfältig abgewägen, was man wirklich damit machen möchte, um
dann zu prüfen, was man dafür (wirklich) braucht.
