In den USA geht der Trend seit geraumer Weile zu längeren Jerkruten. So hat z.B. die Firma St.Croix in ihrer "Elite"-Serie zwei Musky-Jerkruten im Programm, ein Modell von 2,06m Länge und eine neuere Variante von 2,29m Länge.
Allerdings wird auf Musky so gut wie ausschließlich vom Boot gefischt, und längere Ruten haben da ein paar Vorteile gegenüber kurzen. Das Problem mit langen Ruten ist halt die Führung, wenn man auf Wasserhöhe steht. Dann muss man sich um 90° Grad verdreht zum Wasser stellen und die Schläge statt von oben nach unten zur Seite hin machen, was genauso gut funktioniert wie die traditionelle Methode, wenn man sich einmal darauf eingestellt hat.
Angefangen hatte ich das Jerken mit einer 1,80m kurzen Rute, weil mir die anfangs am komfortabelsten erschien, wechselte dann aber sehr bald auf ein 2,10m langes Modell. Was damals unüblich war, denn die allermeisten Jerkruten waren hierzulande maximal 1,95m lang.
Mittlerweile jerke ich allerdings überhaupt nicht mehr auf Hecht, weil diese Methode an meinen Gewässern reichlich überstrapaziert wurde im Laufe der Jahre und nicht mehr allzu viel bringt. Denn Jerken ist eine eher "langsame" Methode, die mehr oder weniger nur an eng begrenzten "Hotspots", häufig in der Uferzone, sinnvoll ist. Aber gerade diese Stellen werden mit Abstand am meisten beharkt vom Gros der Angler, und entsprechend schnell tritt ein merklicher Gewöhnungseffekt samt Vermeidungsverhalten ein, und je kleiner das Gewässer, desto schneller.
Es gibt ergiebigere und obendrein breitbandiger anwendbare Methoden, die ich bevorzuge, weil ich kaum je mehr als eine Combo mit aufs Boot nehme. Denn es sind nur Ruderboote erlaubt und entsprechend beengt geht es zu. Darum fische ich keine auf wenige Möglichkeiten begrenzte Spezialcombos mehr und keine Rute, die nicht wenigstens 2,40m lang ist und besser noch etwas länger, da das für fast alle anderen Baittypen und Techniken günstiger ist, jedenfalls im Bigbait-Bereich.
In der US-Muskyszene kursiert übrigens folgendes, etwas fieses Bonmot über das Jerken wegen der relativ hohen Fehlbissquote: "When it comes to fishing jerkbaits there is a jerk at either end." Das Wort "jerk" hat im Englischen nämlich eine Doppelbedeutung und steht auch für Narr oder Blödmann.

Aber das ist natürlich nicht ganz so ernst gemeint, gejerkt wird schon noch auf Musky. Allerdings ist diese Methode nicht unbedingt die effektivste und universellste, da gibt es Besseres. Oder etwas anders ausgedrückt: Wenn ich nur eine einzige Methode fischen dürfte, würde ich ganz sicher nicht das Jerken wählen, und allgemeiner überhaupt keine Hardbaits. Jeedoch:Jerken macht fraglos mehr Spaß als Einleiern, wenn das von Bedeutung ist.