#1 Himmelfahrtskommando
Ich danke euch für euer reges Interesse! Ich habe mich die vergangenen Stunden hingesetzt und mein Wort zu Papier gebracht. 5 A4 Seiten habe ich nun einseitig beschrieben. Ich hoffe der Text kommt nicht zu plump und trocken.
1. Vorwort
Hier zeige ich nun meine Art und Weise an mein Projekt heran zu gehen. Dabei möchte ich im Vorwort auf ein paar Punkte hinweisen.
Punkt 1: Ich bin nicht im Besitz eines Führerscheins. Somit bin ich dauerhaft auf den ÖPNV angewiesen, wodurch meine Gewässerwahl limitiert ist.
Punkt 2: Meine Arbeit erlaubt es mir pro Woche einen komplett freien Tag zum Angeln zu nutzen. Das vereinfacht mir die Situation, da ich die Möglichkeit habe auch mal etwas weiter zu fahren, ohne in Bedrängnis zu geraten.
Punkt 3: Meine geographische Lage könnte kaum besser sein. Ich habe viele Großfischgewässer in der unmittelbaren Nähe und auch im Umkreis von 100km bis 150km stapeln sich nahezu die Topreviere. Da die Bundesländer hier im Umkreis auch alle unterschiedliche Schonzeiten aufweisen, bin ich maximal 1,5 Monate vom Hechtangeln befreit.
2. Der Saisonstart
April: Die angesprochene Lage ermöglicht mir einen besonders frühen Start. Ab dem 01.04 ist der Hecht in Brandenburg wieder frei. An den großen havelländischen Seen zieht sich die Laichzeit der Hechte weit vor (in den vergangenen Jahren qaren die Hechte leer, weshalb ich mir diesbezüglich keine Sorgen mache). Dort suche ich mir die großen Flachwasserzonen der Naturseen, in denen sich die Hechte aufhalten.
Mai: Hurra, ich darf wieder bei mir auf Hecht los. Dementsprechend bin ich nun in meiner Wahlheimat Sachsen und der unmittelbaren Umgebung (südöstliches Sachsen-Anhalt) unterwegs. Hier konzentrier ich mich nun auf die großen Bagger- und Stauseen. Da in meiner Wahrnehmung die flachen Buchten der Talsperren schneller die Attraktivität verlieren, versuche ich dort die erste Etappe des Mais's konsequent zu fischen. Die Baggerseen funktionieren erfahrungsgemäß oft deutlich länger. Flache Buchten und Platteaus sind nun angesagt.
Juni: Der Juni hält sich bei mir kurz und Knapp. Baggerseen mit flachen Kantenverläufen und viel Kraut bevorzuge ich jetzt, da dort Teilweise Frequenzangeln sogar mit guten Größen möglich ist.
4. Das Sommerloch
Im Sommer gehe ich nicht so gerne Hechtangeln, da diese häufig Probleme nach dem Drill bekommen. Gerade, wenn die Wassertemperaturen in den unterschiedlichen Wasserschichten stark variieren, haben die Hechte Sauerstoffmangel und kippen. Wenn ich mich aber doch für die Hechtangelei entscheide, wähle ich Flüsse, die der Forellen- oder Äschenregion entsprechen. Diese sind auch im Sommer häufig kühler und in der Regel komplett durchwälzt, wodurch es keine Probleme mit Sauerstoffmangel gibt.
4. Der goldene Herbst
September: Sobald die Tage wieder kühler werden, begebe ich mich an nicht all zu tiefe Baggerseen. Dort sind die Hechte jetzt sehr aktiv und fast überall zu finden.
Oktober: Im Oktober zieht es mich zurück zur Talsperre. Durch den auffallenden Regen in den Sommermonaten, sind die Talsperren häufig im extremen Niedrigwasser aufzufinden. Teilweise sind die Wasserflächen stark geschrumpft, weshalb die Fische enger beisammen stehen.
November: An den meisten Großgewässern sind die Hechte durch dauerhaften Befischungsdruck stark verprällt. Deswegen zieht es mich nun an die kleinen Altwasser der umliegenden Flüsse. Hier wird zwar auch viel geangelt, jedoch kann man hier mit Köderarten, die der "Normalo" nicht nutzt, nochmal einen besonderen Reiz setzen.
5. Der Winter
Zum Winter gibt es nicht viel zu sagen, außer WERFEN, WERFEN, WERFEN! Langsames Angeln ist definitiv vom Vorteil.
6. Köder
Ich bevorzuge klar größere Köder. Als groß definiere ich Köder, die durch ihr Volumen oder der Silhouette besonders auffällig und Ansprechend sind. Gummis von 18cm aufwärts, jerkbaits ab 12cm oder XXL Chatter-/Spinnerbaits sind meine erste Wahl. Zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist der Köder jedoch zweitrangig.
Frühjahr:
Im Frühjahr setze ich auf besonders große Köder. Nach der Laichzeit müssen sie das Defizit schnell wieder aufholen. Da kann man mit großen Jerks (Salmo slider 16cm, Salmo sweeper 17cm, Westin swim 15cm) und Gummis jenseits der 20cm richtig Punkten.
Sommer:
Jetzt ist Downsizen angesagt! Durch weniger Sauerstoff im Wasser können Hechte kleinere Beute einfacher verdauen, als große Beute.
Herbst: In der Vorbereitung auf den Winter fressen die Hechte wieder sehr große und nahrhafte Beute. Also, GO BIG OR GO HOME!
Winter: Ködergrößen sind jetzt eher Nebensächlich, wobei eine größe von 12cm bis 20cm angebracht ist. Die Hauptsache ist, langsam, langsamer, noch langsamer!
Ich hoffe ihr hattet einen guten Einblick in meine vergangenen Erfahrungen und meinen Plan für sie kommende Saison!
In dem Sinne, Tight Lines und ein fischreiches Jahr!
MfG Christoph