Letztes Wochenende habe ich gleich zwei Clear Lake Turniere geangelt: die
West Coast Championship (Freitag - Samstag) und das Yak-A-Bass "Chris Laird Memorial” (Samstag - Sonntag). Drei Tage Angelglück, jeweils von 6:00 - 14:00!
Letztes Jahr war das CLM
das erste grosse Turnier, in dem ich angetreten war. Dieses Jahr war ich auch für die überlappende West Coast Championship qualifiziert, für die Angler aus 7 Bundesstaaten zu uns nach Kalifornien gereist waren. Am vorherigen Wochenende hatte ich 2x trainiert und am Sonntag, im Norden des Sees eine Gegend gefunden, von der ich mir viel versprach: um auf Clear Lake in so einem Event die Top 10 zu erreichen braucht es pro Tag 95-105" (auf fünf Bass verteilt, also ein Durchschnitt von 20 Zoll/51cm pro Fisch). Ich hatte am Trainingssonntag 98.25" gefangen (eigentlich sogar 102+, wenn ein Monster nicht abgesprungen wäre), was mich zuversichtlich stimmte.
Das Training am Samstag war auch ergiebig, aber die Fische hatten nicht die gleiche Qualität. Also war mein Plan klar: als erster auf den Nordspot kommen (bei einer Anfahrt von 30 Minuten nicht selbstverständlich) und dort genau wie am Sonntag mit Crankbaits, Würmern und
Coike Turnier-würdige Fische fangen.
Ich war am Donnerstag Abend angereist, hatte mein Measuring Board bei Clear Lake Outdoors prüfen lassen und das AirBnB bezogen, das meine Frau organisiert hatte. Um 11 ins Bett, um 3 wieder wach (mehr Schlaf sollte es auch in den folgenden Nächten nicht geben) - dann ging es los.
Freitag
Auf den Spot zu kommen war unerwartet einfach, weil in meiner Gegend anscheinend kein Kajak angeln wollte! Bootsangler traf ich auch nur wenige, was vielleicht kein gutes Zeichen war. Die Gegend hatte sich in 5 Tagen tatsächlich verändert: der Wasserstand war um einen Fuß gefallen, meine Tiefen waren alle “off”, und irgendwie kam ich auf keinen wirklich grünen Zweig: Fische konnte ich zwar fangen, aber sie waren nicht so groß, wie sie hätten sein sollen. An Unterwasserfelsen gezielt eine Reaktion aus großen Fischen herauszukitzeln (mit dem Coike und FFS) wollte auch nicht klappen, obwohl das am Sonntag davor noch wunderbar ging… So kamen alle Fische auf Crankbait (Rapalla DT8) und einem "Russian Shakyhead" - so nenne ich hier ein Chebu Rig, weil es keiner kennt (*). Nach 8 Stunden hatte ich zwar über 20 Fische gefangen aber leider nur 83.25” Gesamtlänge mit Fischen zwischen 15.50” und 75.75”. Im Zwischenstand reichte das für Platz 38/92. Kein Disaster, aber mit viel Luft nach oben - zumal der Führende 106” hatte.
Unzufrieden hängte ich am Abend ein dreistündiges Training in der Gegend ran, die ich am vorherigen Samstag besucht hatte (“Henderson Point”, eine kilometerlange Steinpackung aus Lava). Dort fing ich einen 18” auf Jig und einiges an Kleinvieh. Hmm.
Samstag
Nach langer Überlegung traf ich die Entscheidung, an diesen Morgen Henderson zu fischen. Ich dachte mir, dass ich dort weitere 18er auf Bottom Contact fangen könnte, um mein Board dann via Coike um größere Fische zu erweitern.
Die Fische standen früh morgens direkt am Ufer und schnappten sich den Wurm direkt nach dem Einschlag; der erste Fisch war tatsächlich ein 18” Bass und ich hatte nach einer Stunde schnell ein Limit von 76”. Danach schlief der Biss etwas ein und ich konnte nur 14er fangen. Also traf ich letztendlich die Entscheidung, Henderson zu verlassen und am Nordspot zu relaunchen, obwohl der Transit dorthin insgesamt 2 1/2 Stunden Angelzeit kosten würde.
Mit 75 Minuten Restzeit kam ich endlich am Spot an. Nach 45 Minuten fragte mich ernsthaft, ob ich eine riesigen Fehler begangen hatte und mir den wichtigsten Tag der Turniere kaputt gemacht hatte! Es kam nämlich kein einziger Biss. Aber dann frischte der Wind auf und hauchte dem Wasser Leben ein: um 13:34 kam ein 22.25” auf Wurm, um 13:55 ein 17.75 auf Crankbait! Zwei sehr gute Upgrades; durch diese letzte halbe Stunde war der Tag einigermaßen gerettet!
Mit 87.75 Inches (171” insgesamt) beendetet ich die West Coast Championship auf Platz 28/92. Im Chris Laird Memorial war ich nach dem ersten Tag immerhin 16/58. So kann man schon leben, zumal meine Frau angereist war und wir es uns im
Saw Shop Public House geschmeckt haben lassen.
Sonntag
Am letzten Morgen aufzustehen war durchaus qualvoll: ich war übermüdet, meine Hände hatten Schnitte, ich hatte einen Sonnenbrand, und meine Muskeln wollten nicht mehr in die Pedale treten. Aber das Sprichwort “You can’t win it on the first day, but you can lose it” klang in meinen Ohren, und verloren hatte das Chris Laird Memorial nicht! Für eine Top 5 (der letzte Platz, der in diesem Turnier ausgezahlt wurde) brauchte ich aber eine 11” Aufholjagd. Schwierig, aber ich wollte es am Nordspot versuchen, zumal ich dort am Vortag so einen guten Abschluss gehabt hatte. Also noch einmal, und zwar mit Gefühl!
Das Gefühl ging mir aber erstmal ab: die Sonne war noch nicht aufgegangen, als ich gleich einen Riesen am Squarebill hatte… und mir dieser Fisch dann im Drill flöten ging

Einmal heftigst geflucht und weiter geangelt; der Tag war noch lange nicht vorbei.
Wenig später kam ein 21” am Replacement Crank. Noch ein bisschen später ein 23.25” (9 Pfund!) Riese auf dem Chebu. Und dann noch ein 20.75” auf Wurm. Hallo?!!! In Kombination mit ein paar 16ern hatte ich nach 3 Stunden “mal eben” 98.25 Inches und war zwischenzeitlich auf Platz 1. Der Tag sah wieder verheißungsvoll aus!
Danach kamen noch viele Fische (und meine Frau, die per Paddle Board zu Besuch kam!) Upgrades konnte ich in den nächsten 5 Stunden aber keine mehr fangen und der verlorene Fisch tat deshalb weh.
Auch wenn ich an diesem Sonntag das zweitbeste Ergebnis hatte: am Ende war ich “nur” Achter, 4 Inches vom 5. Platz entfernt (die 4 Zoll hätte der verlorene Fisch wett gemacht!) Mein 9 Pfunder war übrigens 0.25” zu klein, um "Big Fish" zu gewinnen.
Fazit
Eigentlich ein sehr schönes Wochenende an dem ich von Tag zu Tag steigern konnte und das viel Angelei und dicke Fische brachte. Klar, die Tage strapazierten Geist und Körpe, aber über die Plätze
28/92 und
8/58 kann ich mich eigentlich freuen. Mal sehen, wie schnell ich wieder angeln gehe; ich bin eigentlich weiterhin heiß drauf, aber erstmal muss ich etwas Schlaf aufholen!
(*) Mein “Russian Shakyhead” hatte eine ganz klare Barsch-Alarm Connection: es war ein 1/4oz
Rushka von
@dietel & Zeck mit 3/0 BKK Haken und Z-Man FattyZ!
