Ich schulde uns gleich zwei Turnierberichte: 1x Clear Lake, 1x Lake Berryessa. Ich roll das Buffet von hinten auf, und zwar mit dem
Yak-A-Bass Turnier auf Lake Berryessa am letzen Wochenende; Solo am Samstag und Team am Sonntag.
Mit 81 Teilnehmern war dies mein erstes grosses Turnier
nach dem Chris Lair Memorial, und dieses mal gab es einen Shotgun Launch, in dem alle Leute vom selben Dock (Steele Canyon) ablegten! Das hat mein Training am Dienstag und Mittwoch gepraegt: wenn so viele Leute in der selben Gegend anfangen, wollte ich mir etwas Spielraum verschaffen und deshalb das weit entfernte Ostufer beangeln. Die Fahrt dahin dauert zwar 45+ Minuten - es sind 4 Meilen Fahrt und ich kann mit meinem Kayak Terrova ~5mph fahren - aber dafuer ist es dann (zumindest theoretisch) nicht so gesellig.
Ich bin also die Buchten in der Gegend abgefahren und habe mir einen Gameplan zurecht gelegt: in der ersten Bucht kamen nur kleine Bass und ein Catfish und eine Forelle, weshalb ich mich fuer Gosling Canyon entschieden hatte: da hatte ich am Steilufer mehrere Finessebisse, und - ganz hinten drin - auch das Vertrauen, dass da am Morgen etwas groesseres beissen sollte. Berryessa hat ja alles drei Bassarten: Largemouth, Smallmouth und Spotted Bass, aber die groessten Laengen kommen normalerweise via Largies, und fuer die muss man trueberes Wasser mit Vegetation finden. Genau das gab es in der Bucht!
Nachdem ich am Samstag den Shotgun Launch ueberstanden hatte habe ich also direkt meinen Spot angesteuert. Das hat mich zwar fast 20 Minuten Angelzeit gekostet (Launch um 6, Lines In um 6:30, aber ich war erst nach 6:45 da), aber dafuer waren die Fische gleich willig: ich hatte direkt einen Steilwandbiss auf Twitch Bait, einen weiteren Twitchbaitbass verloren, und dann in den Weiden einen fetten Topwaterfisch verloren. Nicht so prall, aber danach konnte ich in drei Stunden ein 80.5" Limit erangelt, das durch einen 21" Largemouth gekroent wurde. Dass mich ein Bald Eagle begleitete hatte ich auch als gutes Zeichen gewertet.

Danach ging fuer den Rest des Tages leider fast nix mehr, was sich auch bei der Siegerehrung bestaetigte: in den letzten 4 Stunden des Turniers hatte niemand wirklich etwas gefangen. Schade fuer mich, weil ich auf 80.50" stecken blieb und damit respektabel 26/81 wurde.
Samstagabend habe ich bei Steele Canyon im Auto uebernachtet (vorher wurde als Gruppe gegrillt), mit einigen Leuten ueber meinen Tag geredet (unter anderem auch mit Greg Blanchard), und mich auf den naechsten Tag vorbereitet.
Mein Partner am Sonntag was Mike DiTolla, den ich online kennengelernt hatte. Mike war solo 16. geworden - zwar nicht mit keinem 21" Ausreisser, aber mit konstant besseren Fischen als ich. Unsere Sonntagsstrategie war es, jeweils die West und Ostseite zu beangeln; ich in der selben Bucht, die mir am Samstag schon zwei gute Fische beschert hatte (auch wenn einer nicht auf dem Messboard gelandet war), Mike an seiner Ost-Offshorestelle vom Vortag. Also um 6:00 Uhr wieder los, und sich erstmal wieder durch das Shotgunlaunchchaos kaempfen!
Tja, und dann hat erstmal gar nix geklappt. Anders als am Vortag machten sich naemlich gleich 2 weitere Kajaks auf den Weg zu meinem Spot, und beide hatten den schnelleren Motor! Ich versuchte erst gar nicht, in meine Bucht mit den Weiden zu kommen, und mein Steilhang vom Vortag wollte nicht liefern. Als ich mich spaeter in die Bucht wagte stellte ich fest, dass Greg Blanchard + Kollege auf dem Spot campten, auf dem fuer mich jetzt kein Platz war. Mist! (*)
Mike hatte immerhin drei kleinere Bass gefangen, aber so wie am Vortag wollte es bei ihm nicht laufen. Und ich hatte gar nix anzusagen und musste mir einen komplett neuen Plan zurechtlegen. Habe also meine Catfishbucht angeteuert und versucht, erstmal nicht zu schneidern, indem ich per Ned Rig den auessersten Point beangelt hatte. Der Wind blies an diesem Tag von West nach Ost, und auf dem Point war etwas Druck.
Und tatsaechlich! Nach 2 1/2 Stunden hatte ich meinen ersten Smallmouth Bass, und der Tag sah nicht mehr ganz so trostlos aus. Ich habe mich dann gezielt in die Bucht geangelt, dieses mal
keinen Catfish gefangen, und stattdessen zwei weitere Smallies ergattert. Ein ordentliches 5-Fisch Limit sah wieder realistisch aus! Dazu brauchte ich aber groessere Fisch und einen Largemouth Spot, den ich am Ende der Bucht dann tatsaechlich fand: trueberes Wasser (die Wellen hatten ja den ganzen Tag reingedrueckt) und Unterwasservegetation! 4 weitere Stunden, eine Menge Dropshot, A-Rig, Twitchbait etc., und ich konnte einen 20.25" Largemouth und einen 15" Spot fangen. Dazu noch Kleinvieh, dass aber keine Upgrades beschwerte.
Und damit waren wir als Team 14/28; ich hatte 4 Fische auf der Karte, Mike einen. Solo war ich 15/54. Fast am wichtigsten: ich hatte solo einen besseren Bag gefangen als Greg und sein Partner (Mike) in ihrer/meiner Bucht, und damit einen moralischen Sieg errungen
Insgesamt ein ereignisreiches, schoenes aber auch anstrengenes Wochenende. Wer mehr davon sehen will, kann sich
Joey Silvas Livestream anschauen (da bin ich bei
8:26:34 theoretisch im Hintergrund - aber so schlecht aufgeloest, dass man es nicht erkennen kann), oder auf Greg Blanchards Videos vom Sonntag warten um zu sehen, wo ich nicht gefischt hatte
(*) Ich glaube nicht, dass Greg mir den Spot nach meinem Geplapper gestohlen hatte, aber meinen Mund werde ich in Zukunft trotzdem halten, bis das Turnier zuende ist.