Hallo zusammen,
die aktuellen Temperaturen um den Gefrierpunkt sind ein guter Grund, sich wieder an unseren Urlaub auf den Seychellen vergangenen November zu erinnern. Der Urlaub war kein reiner Angelurlaub, dennoch waren die Ruten meist dabei. Nachdem ich für die Vorbereitungen viel in diesem Forum gelesen habe wenigstens ein paar Worte zu den eigenen Erfahrungen.
Wir waren 8 Nächte auf Praslin und im Anschluss 6 Nächte auf La Digue. Unser Flug ab Stuttgart ging über Istanbul nach Mahé. Für den Transport zwischen den Inseln wählten wir die einschlägigen Fähren, diese haben wir auch schon von Deutschland aus gebucht. Am besten den Transfer vom/zum Flughafen direkt zur Fähre dazubuchen. Dank ruhiger See hatten wir auch keine Probleme mit Übelkeit auf den Fähren, das ist sonst wohl gerne mal ein Thema.
Unsere Unterkünfte haben wir über SeyVillas gebucht, jeweils kleine inhabergeführte Pensionen mit Halbpension. Letztere würde ich auch empfehlen, wenn man sich nicht komplett selbst mit den eigenen Fängen versorgen möchte. Restaurant sind dünn gesät und das Einkaufen in den Supermärkten ist auch nicht so inspirierend. Das Essen in unseren Unterkünften war sehr abwechslungsreich und lecker, ein paar Mal wurde uns freundlicherweise auch der eigene Fang zubereitet.
Auf den Seychellen benötigt man keine Lizenz für das Angeln vom Ufer aber es gibt Schongebiete, in denen das Angeln verboten ist und manche Fische wie z.B. Jobfish unterliegen einem Schonmaß.
Infos dazu findet ihr u.A. hier:
Seychelles Fisheries Authority
Parks | Seychelles Parks and Gardens Authority
An Gerät war dabei:
Hearty Rise Wanderer WD-865M
Daiwa Caldia SW 4000D-CXH
Daiwa J-Braid x8 PE1.2
Seaguar Blue Label 25LB
Shimano Dialuna MB S900ML 4-teilig
Daiwa Exceller LT 4000-C
Daiwa J-Braid x8 PE1.2
Seaguar Blue Label 25LB
(hohe Überschneidung zur Wanderer aber meine Frau angelt zum Glück auch gelegentlich mit)
Noeby Beast Travel Shore Jigging NBRS9605MH
Penn Conflict 5000
(zu dicke…) Daiwa Tournament 8-Braid 0,30
Seaguar Blue Label 50LB
An Ködern zwei Boxen mit dem Üblichen wie Popper, Stickbaits, Jigs und ein paar ZMan Gummis.
Neben dem Tackle kann man nicht oft genug auf UV-Schutz hinweisen. Ich hatte meist UV-Leggins (von Ali) unter den Badeshorts, ein entsprechendes Longsleve (auch zum Schnorcheln top), Buff, Cap, Sonnenbrille und teilweise Handschuhe an.
1. Praslin
Auf Praslin hatten wir durchgehen ein Mietauto, das würde ich auch empfehlen. Aufgrund der engen und kurvenreichen Straßen eher eine Nummer kleiner wählen. Wir hatten einen Suzuki Swift und waren absolut glücklich damit.
Unsere Unterkunft war unmittelbar am Meer, so dass ich meist zwischen der morgendlichen Dämmerung und dem Frühstück meine ersten Würfe des Tages machte. Die Inseln sich größtenteils von vorgelagerten Riffen umrandet, was es recht schwierig machte an tieferes Wasser zu kommen.
In den Flats bis zum Riff ließen sich aber schon mal allerhand bunter Fische fangen.

Da sich meine Erfahrungen in der Meeresangelei bisher leider auf wenige Urlaube in Norwegen, Japan und der Bretagne beschränken, musste ich mich auch erst mal in die Angelei vor Ort reinfuchsen. Mit der Zeit wuchs das Verständnis für die Spots und ich traute mich peu à peu bei Niedrigwasser auch näher an die Riffkanten heran.
Tagsüber waren wir auch viel Schnorcheln und erkundeten die Insel. Die Tier- und Pflanzenwelt ist wirklich beindrucken. Die unzähligen Flughunde am Himmel jeden Morgen und Abend, das satte Grün bis zum Stand, die unzähligen kunterbunten Rifffische, gelegentlich Haie und Meeresschildkröten und gleichzeitig so gut wie keine wirklich gefährlichen Tiere. An den Sandstränden sollte man etwas auf die Stachelrochen achten.
Grundsätzlich konnte man überall auf der Insel schöne Ecken entdecken, man sollte aber abhängig von der Jahreszeit darauf achten, auf welcher Seite der Insel man sich einbucht, da es zeitweise enorme Mengen Seegras am Ufer gibt.
Einer meiner Favoriten war der Bereich am Anse Lazio. Früh morgens und spät abends kann man auch direkt am Stand angeln, leider ließ sich dort aber keiner der bis ca. 65 cm großen Bluefin Trevallys überlisten, die man tagsüber beim Schnorcheln zwischen den Badegästen patrouillieren sah. Westlich des Strandes gibt es auch Spots an den Steinen mit schneller abfallendem Wasser. Recht viel mehr als 15 m wird es dort auch nicht gehabt haben aber schon bedeuten tiefer als an all den anderen Spots. Dort haben wir auch die besten Fische gefangen. Ein paar Bluefin Trevally und Jobfish bis 50 cm sowie ein Grouper konnten unseren Poppern, Stickbaits und Jigs dort nicht widerstehen.

Auch wenn das hier der SHORE Jigging/Spinning Plausch halten möchte ich euch meinen Ausflug mit
AMBERJACK FLY & FISHING CHARTERS nicht vorenthalten. Wir fanden den Tag auf dem Boot mit den beiden Brüdern wirklich genial, sehr angenehme Personen und ordentliches Leihgerät. Neben ein paar Groupern auf Jigs und mehreren Jobfish auf Popper stieg mir dann Richtung Ende der Tour mein Traufisch ein. Die Guides schätzen den Bluenfin Trevally auf ca. 8 kg. Die Kampfkraft des Fisches und seine atemberaubenden Farben werde ich so schnell nicht vergessen!
2. Da Digue
Im Grunde ähnlich wie Praslin nur noch eine deutliche Ecke kleiner und entspannter. Statt dem Mietauto hatten wir, wie quasi auch alle anderen auf der Insel, Miet-Fahrräder. Perfekt um alle Orte auf der Insel schnell und entspannt zu erreichen. Fisch-technisch gab’s für uns dort leider auch keine großen Überraschungen mehr. Die einzigen besseren Fische habe ich bei der Landung, in den Steinen und einmal an einen Hai verloren. Dennoch hat es auch dort enorm viel Spaß gemacht!
Natürlich könnte ich bei einem zweiwöchigen Urlaub noch viel mehr schreiben aber ich denke für einen groben Eindruck reichts. Ich hätte die Angelei auf den Inseln ehrlich gesagt etwas einfacher erwartet aber bin dennoch sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Das Wasser um die Inseln beherbergt sicher ein riesiges Potenzial. Wer auf der Suche nach Rekordfischen ist, ist sicherlich mit Charter-Booten besser bedient aber man kann auch vom Ufer seine Fische fangen. Und die selbst erarbeiteten Fänge sind vielleicht nicht die Größten, aber dennoch meist die Schönsten.
Viele Grüße, Vincent