„Trendsport“ Angeln: Immer mehr Angler - immer mehr Angeldruck und weniger Fische?

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Gidup 2084

Dr. Jerkl & Mr. Bait
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Moin Leute,
durch Corona, Social Media (Angelcamp, Nays, Banks, Fishing King etc.) und erleichterten Möglichkeiten den Fischereischein zu erwerben hat die Anglerschaft in Deutschland (aber auch generell wohl) definitiv Zuwachs bekommen in den letzten Jahren. Auf der einen Seite ist dies natürlich schön und auch nachvollziehbar (Angeln ist nunmal das geilste Hobby auf der Welt :D), auf der anderen Seite sind die Gewässer und Fischbestände in Deutschland begrenzt und unsere gesetzliche Lage bzgl C&R im Verhältnis zu allen anderen Ländern, die wohl strengste. Entsprechend können sich Fischbestände und Angeldruck an den Gewässern verändern. Wenn Ihr wollt könnt Ihr hier diesbezüglich eure Gedanken teilen (sofern nicht bereits ein anderer Thread schon existiert :D).
 

Simon D

Master-Caster
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Interessanter Punkt, durchaus diskutabel.

Da ich hingegen kaum mehr zum Fischen komme, dürfte unglaublich viel mehr Fisch plötzlich verfügbar sein und sollte sich daher mit etwa 250.000 Neuanglern die Wage halten. So gut, wie ich immer und überall gefangen habe ;) ;)

Aber ernsthaft, ich denke du liegst nicht so falsch mit deiner Vermutung. Mehr Befischungsdruck und auch weil viele (wiederum auch Dank moderner YTer), die C&R betreiben, lernen die Fische dazu und werden vorsichtiger. Ich denke jeder, der mal eine "Jungfräuliches" Topgewässer als erster beangelt hat, wird die Erfahrung gemacht haben. Mehr Angler, mehr Köder im Wasser, gebildetere Fische. Und wenn dann noch die mit dem aggressiven Gen, die auf KuKö gehen, weggeangelt werden und nur noch die ohne Aggressionsgen sich reproduzieren, wird es logischerweise schwieriger.
Letzter Satz klingt gewagt? Wurde in einer Studie erprobt, ausgewertet und in einem Paper festgehalten. Hier der Link auf Alringhaus Studie zu Fischverhalten und den "angling effect": https://doi.org/10.1111/eva.12504

Allerdings setze ich auch hier auf das Prinzip Hoffnung. Und auch berechtigt. Ne Zeitlang sprangen alle auf SUPs und die Gewässer waren voll. Dann rannten alle in die Boulderhallen....Zeitsprung in die 90er: Alle spielten plötzlich Tennis! Und heute? Fahre ich an verwaisten Tennisanlagen vorbei, sehe gammelige SUPs in Garagen hängen und Bouldern geht auch nicht mehr jeder.

Das tolle an Trends: sie gehen vorbei. Und, je schwieriger etwas zu lernen ist und je mehr Frustrationstoleranz der Mensch beim Erlernen und bis zum Erfolg braucht, desto schneller geben die meisten wieder auf. Und unser Hobby erfordert Ausdauer, Frustrationstoleranz, Geld, Zeit und kaum alle der Neulinge bringen all das mit. Dann läufts mal noch ne Zeit lang scheiße und schon landet die neue Steez des Einsteigers auf Kleinanzeigen. Daher bin ich recht optimistisch, dass dieser Trend auch wieder vergeht und der Kern derjenigen, die es schon immer geil fanden (weil sie es nach vielen Jahren drauf haben) bleibt. Der Rest attackiert Hobby Nr. 16 oder geht zurück zu Nr. 8.

Wie auch immer, ich bleib da entspannt aber kann die Aktualität gut nachvollziehen.
 

flax98

BA Guru
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Ich sehe das ähnlich wie Simon u Gidup. Die Zahl der Angler ist hochgegangen und die Bedingungen an vielen Gewässern wesentlich schwieriger. Für den hiesigen Rhein habe ich seit 2 Jahren keine Karte mehr, da der Aufwand zum Fangerfolg mMn in keinem Verhältnis steht.
Auch aufgrund des Trends zum Spinnfischen, habe ich mich seit 2 Jahren den Schleien gewidmet. Das macht hier nahezu keiner und man kann entspannt seinem Zielfisch auf den Sack gehen :p
Das mache ich noch eine Zeit, schaue mir dann an ob es beim Spinnfischen entspannter ist oder ob ich mich danach den Barben widme.
Schau ma mal
 

Joseph

Bigfish-Magnet
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Ich sehe das ähnlich wie Simon u Gidup. Die Zahl der Angler ist hochgegangen und die Bedingungen an vielen Gewässern wesentlich schwieriger. Für den hiesigen Rhein habe ich seit 2 Jahren keine Karte mehr, da der Aufwand zum Fangerfolg mMn in keinem Verhältnis steht.
Auch aufgrund des Trends zum Spinnfischen, habe ich mich seit 2 Jahren den Schleien gewidmet. Das macht hier nahezu keiner und man kann entspannt seinem Zielfisch auf den Sack gehen :p
Das mache ich noch eine Zeit, schaue mir dann an ob es beim Spinnfischen entspannter ist oder ob ich mich danach den Barben widme.
Schau ma mal
Schleien angeln ist dann Nr.18 oder zurück zu Nr.8!??:p
 

ATRiot01

Dr. Jerkl & Mr. Bait
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Der Angeldruck ist grade an meiner Hausstrecke am Rhein immens gestiegen. Wo ich vor 6 Jahren villeicht alle 2 Wochen mal einen anderen Angler traf sind es heute 2-4 bei jedem Ausflug. Wo damals villeicht in großer Entfernung mal ein Aalglöckchen zu hören war entstehen heute ganze Zeltstädte direkt neben mir. Grade diese haben allerdings auch den traurigen Grund der immer zahlreicher werdenden Verbotsstrecken durch die gute Ansitzspots immer weniger werden. Ansitzangler treffe ich daher auch desöfteren mehrfach die gleichen an.
Aber den großen „Zulauf“ hat halt das Spinnfischen erfahren, ist ja auch dank Social Media viel „hipper“ als Würmer baden. Nur weiß der Rhein hier halt nicht das er laut den ganzen Videos und Storys jeden Tag Dutzende Zander auf den beworbenen Köder auszuliefern hat und behält stattdessen ebendiese grade von ungeübten ganz gerne für sich. Da greift dann oft recht schnell die These aus #2 ;)
 

pike_on_the_fly

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Ich mache es ähnlich wie @flax98 und suche mir Nischen (Fischarten), die nicht so im Fokus der Masse sind oder ich angle auf beliebte Fischarten mal ganz anders als die meisten anderen am jeweiligen Gewässer. Es gibt immer was Neues zu entdecken und auszuprobieren und das macht ja auch den Reiz aus, gerade wenn es mal herausfordernd ist (für mich z.B. gerade Stillwasser Alande, die über tiefem Freiwasser sehr selektiv aufsteigende/schlüpfende Insekten fressen).
 

timmi

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Die Anzahl der Angler ist sicherlich gestiegen, was auch deutlich gestiegen ist, dass die meisten nun auch wirklich angeln gehen. :pAn Vereinsseen die früher trotz großer Vereine fast nicht benagelt wurden, sind mittlerweile fast jeden Tag Angler auf dem Wasser. Selbst im Winter wo man sonst alleine am Wasser war trifft man mittlerweile regelmäßig gleichgesinnte.
Das führt natürlich zu schwierigeren Bedingungen und auch zu Frust, wenn die wenigen Stellen oft besetzt sind. Außerdem rücken wir mehr in die Öffentlichkeit, und müssen so mehr darauf achten wie wir uns am Wasser verhalten.
Gleichzeitig bekommen wir auch eine bessere Lobby und mehr Fürsprecher für unser Hobby.
Mehr Angler heißt auch, mehr Umsatz für die Firmen und somit mehr verfügbares Tackle. Wenn ich bedenke wie oft man vor 20 Jahren auf bestimmte Artikel warten musste, und dann erstmal seinen Bestand für die nächsten Jahre aufgefüllt hat. Immer mit der sorge Artikel X/Y ist nicht mehr zu bekommen. Dann ist das aktuell schon Luxus.
Grundsätzlich ist es schon positiv das mehr Leute unser schönes Hobby ausüben, und ja man kann immer seine Nischen finden.
 

timmi

Schusshecht-Dompteur
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Mache ich genauso und meide die Wochenenden und Feiertage.
Nachts am Kanal auf freier Strecke und abseits der Parkplätze hat man dann aber auch seine Ruhe.
Ist bei mir auch zu 90% so da die Wochenenden der Familie gehören. Aber auch in der Woche sind die Gewässer deutlich besser besucht als noch vor 7-8 Jahren.
 

gaga05

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Bei uns am Rhein hat man natürlich auch nach Corona gemerkt, dass mehr Angler unterwegs waren. Vor allem an den offensichtlichen Spots hat das auch zu nervigen Angeltagen geführt. Aber wenn man an seine eigenen "Spots" geht, geht es oft. Was halt wirklich nervig ist sind Influencer, die dann Stellen posten und für eine höhere Frequentierung vor Ort sorgen. Man merkt schon an den Stellen wo ich teilweise schon Jahrzehnte geangelt habe, dass man sich die Fische die vor Ort sind mit viel mehr Anglern an den Topspots teilen muss. Aber mein Eindruck ist auch, dass es aktuell zumal bei uns schon wieder abnimmt zumindest von der Anzahl der Angler. Bei den Bootsanglern werden es aber eher immer mehr aktuell gefühlt.
 

Barschiologe

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Ist bei uns im Osten an der Elbe nicht anders. An guten sonnigen Tagen sind am WE mindestens 2 - 4 Spinnangler an unserem Abschnitt unterwegs und wenn man Pech hat, kommt 5 Minuten nach Ankunft am Wasser ein kleiner Bus mit 4 weiteren Spinnanglern an Bord dazu. Da werden die Buhnen mit dutzenden verschiedenen Kunstködern beharkt, bis die Fische genervt zubeissen oder sich für die nächsten 3 Tage komplett zurückziehen. Und wenn man komplett Pech hat, wurde die ausgesuchte Buhne bereits zuvor von 3 anderen Spinnanglern abgegrast. Es ist echt frustrierend. Und als wäre das noch immer nicht genug, blockieren arabische Großfamilien das ganze WE die Angelstelle, aber nicht zum Angeln, sondern nur zum Picknicken, weil die Angelstelle halt so geil aussieht und dann wird auch noch der Müll einfach liegen gelassen.
 

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