Welche gehypten Methoden/Köder versagen bei euch?

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Tactical_Fishing

Gummipapst
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Kurz ein genereller Einwurf zum Thema warum fangen Köder eine Saison gut und dann nie wieder. Oder in einem Gewässer super, im anderen nicht. Ich glaube das kennt jeder von uns.

Zum einen kann man unter Umständen davon ausgehen, dass die entsprechende Population einfach mit dem Köder überfischt wurde. Einleuchtend.
Aber wie kann es sein, dass dann auf dem bestimmten Köder(art) über Jahre hinweg nichts mehr oder nur kaum was kommt?
Die nachkommenden Generationen kennen diesen Köder/Köderart ja nicht. Sie müssten jetzt wieder darauf beißen. Tun sie aber nicht.

Ich glaube, dass diese negativen Erfahrungen der Elterntiere epigenetisch auf die Nachkommenschaft übertragen wurde.
Obwohl sie selber nie eine negative Erfahrung machen mussten lehnen sie den Köder trotzdem ab.

So meine Überlegung dazu.

Später habe ich dann ein Video oder Podcast dazu gesehen, wie sich Bassangler über die selbe Problematik unterhalten hatten und genau die gleiche Theorie hatten.
Das hat mich in meinem Glauben daran gestärkt.

Wie seht ihr das?
 

TOMKE

Dr. Jerkl & Mr. Bait
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Klingt nachvollziehbar, aber wie erklärt man dann
- den selben Fisch innerhalb kürzester Zeit zwei mal mit dem gleichen Ködern fangen
- Blinker seit wahrscheinlich 100 und Gummifische auch seit über 30 Jahren fangen

Theoretisch dürfte man damit dann ja garnichts mehr fangen.
 

MeinTackleaffeheißtKong

Dr. Jerkl & Mr. Bait
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Klingt nachvollziehbar, aber wie erklärt man dann
- den selben Fisch innerhalb kürzester Zeit zwei mal mit dem gleichen Ködern fangen
- Blinker seit wahrscheinlich 100 und Gummifische auch seit über 30 Jahren fangen

Theoretisch dürfte man damit dann ja garnichts mehr fangen.
Glaube es gibt auch bei Fischen einfach unsagbar lernresistente (oder auch einfach dämliche) Exemplare.
Ein Blinker triggert denke ich einfach einen Grundinstinkt, „oh, das blitzt silbrig auf, könnte was essbares sein.“
 

Tactical_Fishing

Gummipapst
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Darf man jetzt natürlich nicht absolut sehen.
Jeder Fisch für sich alleine ist natürlich auch ein Individuum für sich.

Hängt sicher auch von der Gewässer- und Populationsgröße ab.

Ich habe z.B. mal eine Saison in einen sehr kleinen Stausee auf Vibrationbaits (TN50/60) super gefangen. Danach nie wieder ein Barsch dran bekommen.
 

Munni

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Meiner Meinung nach verhält es sich eher so das es angelernt ist, der große ältere Fisch schwimmt hinter her reagiert aber nicht, die kleinen sehen das und ahmen das nach. Barsche jagen ja hauptsächlich in schwärmen zb von daher lernen sie meiner Meinung nach eher als ein Hecht.
Ich denke es ist zu komplex um epigenetisch eingeprägt zu sein.
Unterschiedliche Köder verursachen unterschiedliche Reize. Je nachdem ist Nahrungsaufnahme nicht immer die Motivation. Aber umso näher ein Köder ein natürliches Muster nachbildet umso schlechter kann ein Fisch sich dem verwehren - ein Raubfisch kann schlicht nicht darauf verzichten andere Fische zu essen, das einzigartige Muster eines Chatterbaits ist aber leichter lernbar.
In NL wird viel gefischt - lange jetzt mit gummifisch blinker und co. - vor 15 Jahren ist der Gummikrebs groß im kommen gewesen und lange war es ein Garant, ich habe das Gefühl das ist derzeit rückläufig. Meine Theorie: durch den enormen Angeldruck sind vor allem die Barsche die sich von Krebsen ernähren groß und üppig geworden und wurden quasi nie beangelt bis der Gummikrebs die Gewässer erobert hat - jetzt geht das natürlich immer noch und wird auch nicht wegfallen da es eine gute Nahrungsquelle ist und es ein natürliches Muster nachbildet aber es sticht nicht mehr in der Form als big fish Garant hervor - auf der anderen Seite wenn schlechter damit gefangen wird, wird es weniger geangelt somit normalisiert sich das irgendwann wieder.

Aber was weiß ich schon :D
 
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Danielsfishingjourney

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ich meine mal gelesen zu haben....
Barsche haben verschiedene vorlieben/verhaltenseweisen... Es gibt zum beispiel solche die eher hastig zuschlagen und solche die vorsichtiger sind. Der Voreilige barsch mag vielleicht erfolgreicher bei der nahrungsaufnahme oder jagd sein weil er zuschlägt während die anderen noch zögern und somit vielleicht auch schneller wächst weil er eben erfolgreicher bei der jagd ist. Andererseits landet er bei entnahmepflicht vielleicht auch schneller in der pfanne und pflanz sich nciht fort. Und gibt seine Gene nicht weiter.
Wenn nun die ganzen unvorsichtigen barsche über jahrzehnte gefangen werden und nur die vorsichtigen exemplare ihre Gene erfolgreich weiter geben hat man einen immer vorsichtigeren bestand der schwerer zu fangen ist.

Dazu kommt dann noch das oben genannte anlernen und ruck zuck ists schwerer und schwerer... damals noch ohne ende barsch mit spinner gefangen... jetzt werden sie beim midstrolling schon mistrauisch xD
 
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flax98

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ich meine mal gelesen zu haben....
Barsche haben verschiedene vorlieben/verhaltenseweisen... Es gibt zum beispiel solche die eher hastig zuschlagen und solche die vorsichtiger sind. Der Voreilige barsch mag vielleicht erfolgreicher bei der nahrungsaufnahme oder jagt sein weil er zuschlägt während die anderen noch zögern und somit vielleicht auch schneller wächst weil er eben erfolgreicher bei der jagt ist. Andererseits landet er bei entnahmepflicht vielleicht auch schneller in der pfanne und pflanz sich nciht fort. Und gibt seine Gene nicht weiter.
Wenn nun die ganzen unvorsichtigen barsche über jahrzehnte gefangen werden und nur die vorsichtigen exemplare ihre Gene erfolgreich weiter geben hat man einen immer vorsichtigeren bestand der schwerer zu fangen ist.

Dazu kommt dann noch das oben genannte anlernen und ruck zuck ists schwerer und schwerer... damals noch ohne ende barsch mit spinner gefangen... jetzt werden sie beim midstrolling schon mistrauisch xD
Das gleiche gilt für Karpfen. Prof Dr Arlinghaus konnte dies in seinem Versuchsgewässer nachweisen
 

Danielsfishingjourney

Echo-Orakel
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Und das würde auch erklären warum ich in deutschland(Rhein, Vereinssee, Entnahmepflciht seit jahrzehnten) kaum große barsche einfach mal so fange (wenn dann nur mit viel glück und auf absolute finesse methoden die selten gefischt werden und immer noch nachgebessert und optimiert werden) und in der NIederlande wo schon ewig C&R betrieben wird die großbarscheschwärme manchmal wie die bekloppten auf fast alles ballern was man ihnen halbwegs anders als die masse präsentiert.
 

Towomba

Dr. Jerkl & Mr. Bait
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Um das zu ergänzen gibt es in den Beständen sicher immer auch die Kategorie, die ohnehin auf Krawall gebürstet ist. Bei diesen Exemplaren setzt sicherlich ein Lerneffekt ein, was viel genutzte Köder dann temporär zu Rohrkrepierern machen kann. Oder genau diese Fische werden entnommen und geben entsprechend ihre Gene nicht mehr weiter. Parallel dazu existieren auch immer die Fische, die ohnehin vielleicht eher Sammler als Jäger sind, auf gängiges Spinnfischen damit tendenziell schlechter beißen und sich dadurch wiederum aber eher vermehren, wenn sie z.B. weniger entnommen werden. Und so verschiebt sich in größeren Jahreszyklen womöglich das Verhältnis innerhalb des Bestandes.

Ist eine Herleitung, die ich im Speziellen mal zu Zandern (ich glaube es war ein Podcast) aufgeschnappt und für plausibel befunden habe.
 
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Mohrchen

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Kurz ein genereller Einwurf zum Thema warum fangen Köder eine Saison gut und dann nie wieder. Oder in einem Gewässer super, im anderen nicht. Ich glaube das kennt jeder von uns.

Zum einen kann man unter Umständen davon ausgehen, dass die entsprechende Population einfach mit dem Köder überfischt wurde. Einleuchtend.
Aber wie kann es sein, dass dann auf dem bestimmten Köder(art) über Jahre hinweg nichts mehr oder nur kaum was kommt?
Die nachkommenden Generationen kennen diesen Köder/Köderart ja nicht. Sie müssten jetzt wieder darauf beißen. Tun sie aber nicht.

Ich glaube, dass diese negativen Erfahrungen der Elterntiere epigenetisch auf die Nachkommenschaft übertragen wurde.
Obwohl sie selber nie eine negative Erfahrung machen mussten lehnen sie den Köder trotzdem ab.

So meine Überlegung dazu.

Später habe ich dann ein Video oder Podcast dazu gesehen, wie sich Bassangler über die selbe Problematik unterhalten hatten und genau die gleiche Theorie hatten.
Das hat mich in meinem Glauben daran gestärkt.

Wie seht ihr das?
Das hört sich nach einer fehlenden, aussagekräftigen und repräsentativen wissenschaftlichen Studie zum Thema an. ;)
 

Mohrchen

BA Guru
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Um das zu ergänzen gibt es in den Beständen sicher immer auch die Kategorie, die ohne auf Krawall gebürstet ist. Bei diesen Exemplaren setzt sicherlich ein Lerneffekt ein, was viel genutzte Köder dann temporär zu Rohrkrepierern machen kann. Oder genau diese Fische werden entnommen und geben entsprechend ihre Gene nicht mehr weiter. Parallel dazu existieren auch immer die Fische, die ohnehin vielleicht eher Sammler als Jäger sind, auf gängiges Spinnfischen damit tendenziell schlechter beißen und sich dadurch wiederum aber eher vermehren, wenn sie z.B. weniger entnommen werden. Und so verschiebt sich in größeren Jahreszyklen womöglich das Verhältnis innerhalb des Bestandes.

Ist eine Herleitung, die ich im Speziellen mal zu Zandern (ich glaube es war ein Podcast) aufgeschnappt und für plausibel befunden habe.

In dem Buch von Olivier Portrat: "Heimliche Räuber. Alles über das Zanderangeln" wird das ganz gut beschrieben.

Die Sammler sind dann die Zander die meist ausschließlich auf toten Köderfisch beißen...und das muss nicht unbedingt der aller frischeste sein.
 

Munni

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Andererseits landet er bei entnahmepflicht vielleicht auch schneller in der pfanne und pflanz sich nciht fort. Und gibt seine Gene nicht weiter.
Die Ableitung ist nicht ganz korrekt da Fische (eigentlich zu pauschal aber egal) anders wie Säugetiere nicht In der gleichen Form Gene weiter geben. Sie setzen in der Regel auf Gen vielfalt. R-strategen
Es gibt auch Studien die Zeigen wie eine Entnahme gut ist für den Bestand sein kann.
Jegliche Vereinfachung an dieser Stelle die c&r oder Entnahme als gut oder schlecht darstellt ist falsch. Die Themen sind komplizierter so wie alles im Leben.
Bei Bass in den USA auch vereinzelt in podcasts gehört ob sie es nicht vielleicht auch übertrieben haben dadurch das sie quasi keinen Fisch entnehmen.
 

Chris1711

Zander-King 2023
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Professor Arlinghaus hat mal geschrieben, dass es verschiedene Arten von Fischen gibt. Die aggressiven und die vorsichtigen.
In Deutschland werden die aggressiven gegessen. Jetzt bleiben nur die vorsichtigen welche abwachsen. Die geben beim Laichen ihre Gene weiter. Ein Taufelskreis :p.
In meinem Deutschen Vereinsgewässer bügeln jeden Tag 10-20 Angler drüber Tagsüber und fangen fast nichts. Wenn im Frühjahr die Schonzeit vorüber ist, fallen mehrere Meterhechte in Serie. Nach zwei Wochen geht wieder nichts mehr.
Jetzt könnte man meinen in NL ist alles besser, aber auch diese Fische lernen dazu. Am besten sollte man das Angeln was zwei Jahre nicht von den Fischen gesehen wurde.;)
 

heineken2003

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Professor Arlinghaus hat mal geschrieben, dass es verschiedene Arten von Fischen gibt. Die aggressiven und die vorsichtigen.
In Deutschland werden die aggressiven gegessen. Jetzt bleiben nur die vorsichtigen welche abwachsen. Die geben beim Laichen ihre Gene weiter. Ein Taufelskreis :p.
In meinem Deutschen Vereinsgewässer bügeln jeden Tag 10-20 Angler drüber Tagsüber und fangen fast nichts. Wenn im Frühjahr die Schonzeit vorüber ist, fallen mehrere Meterhechte in Serie. Nach zwei Wochen geht wieder nichts mehr.
Jetzt könnte man meinen in NL ist alles besser, aber auch diese Fische lernen dazu. Am besten sollte man das Angeln was zwei Jahre nicht von den Fischen gesehen wurde.;)
Dieser Erfahrung kann ich fast ausnahmslos zustimmen. Neue Techniken und Köder sind immer besser.
Außer Acht sollte man natürlich aber auch nicht die Tagesform lassen. Es ist immer wieder interessant zu sehen, dass verschiedene Bewegungsmuster der Köder manchmal einfach nicht zum Anbiss führen.
 

Cybister

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Ich glaube, dass diese negativen Erfahrungen der Elterntiere epigenetisch auf die Nachkommenschaft übertragen wurde.
Obwohl sie selber nie eine negative Erfahrung machen mussten lehnen sie den Köder trotzdem ab.
Da habe ich meine Zweifel. Mein Biostudium ist zwar schon ein paar Jährchen her, aber von "erworbene Erfahrung modifiziert Erbinformation" war da nie die Rede. Das hatte Lamarck postuliert , das ist aber widerlegt.
Was aber vorstellbar ist: durch die Befischung findet eine Selektion der Population statt. D.h. die besonders forschen und aggressiven (d.h. besser beissende Exemplare haben eine höhere Chance entnommen zu werden oder nach C&R zu verenden. Dementsprechend sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass sich diese Eigenschaft im Genpool der lokalen Population durchsetzt. Fische, die eher schreckhaft/vorsichtig bzw. misstrauisch sind, werden in diesem Modell dann bevorzugt und setzen sich im Genpool stärker durch.
 

Cybister

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Da habe ich meine Zweifel. Mein Biostudium ist zwar schon ein paar Jährchen her, aber von "erworbene Erfahrung modifiziert Erbinformation" war da nie die Rede. Das hatte Lamarck postuliert , das ist aber widerlegt.
Was aber vorstellbar ist: durch die Befischung findet eine Selektion der Population statt. D.h. die besonders forschen und aggressiven (d.h. besser beissende Exemplare haben eine höhere Chance entnommen zu werden oder nach C&R zu verenden. Dementsprechend sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass sich diese Eigenschaft im Genpool der lokalen Population durchsetzt. Fische, die eher schreckhaft/vorsichtig bzw. misstrauisch sind, werden in diesem Modell dann bevorzugt und setzen sich im Genpool stärker durch.
hach, hatte ich ganz vergessen: es gibt da auch einen Merksatz dazu.

"Dumm fischt gut"
 

backlash63

Gummipapst
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Es gibt da bestimmt noch sowas wie die Weitergabe erworbener Veränderungen, hier konkret von erworbenem Meideverhalten, ohne dass eine genetische Vererbung daran beteiligt ist. Aber das ist so vage und bei Tieren auch wohl so unbeständig, dass man besser nicht damit argumentiert. Die anderen klassischen Erklärungen, die hier einige schon gegeben haben, reichen völlig aus.
 

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