Graskarpfen und "Kraut"

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ATRiot01

Dr. Jerkl & Mr. Bait
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Google bitte mal nach Graser, die laichen nicht in stehenden Gewässern.
Hab das eher für allgemein gemeint das es in D kaum die Gefahr einer Karpfeninvasion gibt, sowohl für Graser wie auch normale passen die Bedingungen nicht. Grasernachwuchs hab ich selbst noch nie irgendwo erlebt, selbst in der Fischzucht wo ich früher mal ausgeholfen habe wurden die zugekauft. Und die Teiche in den die Spiegler zum laichen verbracht wurden dürften in „freier Wildbahn“ so nicht vorkommen.
 

ATRiot01

Dr. Jerkl & Mr. Bait
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Hegeplan-Pflicht ab z.B. 2 ha?
Und dann den im Plan enthaltenen Karpfenbesatz durch 4 teilen, denn mit den momentanen besatzdichten in den meisten Gewässern funzt es ja nicht. Aber das is ein übel Vielschichtiges Thema mit fast mehr Meinungen wie zur besten Zanderjigge.
 

Lorenz

Dr. Jerkl & Mr. Bait
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Und die Teiche in den die Spiegler zum laichen verbracht wurden dürften in „freier Wildbahn“ so nicht vorkommen.
Altarme und Nebengräben könnten als Ersatz für Überflutungsflächen fungieren. Den ein oder anderen flachen See oder Tümpel mit Reproduktion gibt es.


Aber das is ein übel Vielschichtiges Thema mit fast mehr Meinungen wie zur besten Zanderjigge.
Aber es ist wichtig, dass man über Karpfen, Bestandsdichten, Besatzzahlen etc redet, auch hier und nicht nur in den Karpfenforen. Ich würde mal behaupten, dass viele Gewässer und die dortigen Raubfischangler von einem geringeren Karpfenbestand profitieren würden. Für Interessierte seien die Stichworte phytoplankton- vs makrophytendominierte Seen bzw Hecht-Schleiensee eingeworfen. Die vom Karpfen gebundene Fischbiomasse kann man bestimmt nicht 1 zu 1 in Rotaugen, Güstern etc umrechnen, aber von einer gewissen Nahrungs-/Ressourcenkonkurrenz ist auszugehen. Und dann ist da natürlich die Sache mit der Reproduktion, den Unterständen, Sauerstoffverhältnisse etc...
 
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backlash63

Gummipapst
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Der Verein versucht inzwischen, die Tiere wieder herauszufangen und in andere Vereinsgewässer umzusetzen.
In andere Gewässer umsetzen...
Bloß nicht. Ist das nicht schon schlechte Erfahrung genug? Niemand kann vorhersagen, was das für Auswirkungen in einem Gewässer hat. Also abfangen und bestenfalls verwerten, ansonsten "entsorgen".
 

Lorenz

Dr. Jerkl & Mr. Bait
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In andere Gewässer umsetzen...
Bloß nicht. Ist das nicht schon schlechte Erfahrung genug?
Nunja, der Gedanke ist einem gewissen Pragmatismus geschuldet. Die Karpfenangler essen ihren Zielfisch eher ungern (und andere fangen wenig Großkarpfen). Ein Kompromiss ist dann halt, dass die in eh schon vermurkste Gewässer umgesetzt werden. Wir sind ein liberales Land; ein paar kleinere Gewässer zum Karpfenpuff und Forellenzirkus zu machen, finde ich schon ok.
 

backlash63

Gummipapst
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Nunja, der Gedanke ist einem gewissen Pragmatismus geschuldet. Die Karpfenangler essen ihren Zielfisch eher ungern (und andere fangen wenig Großkarpfen). Ein Kompromiss ist dann halt, dass die in eh schon vermurkste Gewässer umgesetzt werden. Wir sind ein liberales Land; ein paar kleinere Gewässer zum Karpfenpuff und Forellenzirkus zu machen, finde ich schon ok.
Wenn das alles so passt, okay. Aber "in andere Vereinsgewässer umsetzen" klingt erstmal überhaupt nicht danach.
 

Walstipper

Bigfish-Magnet
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Aber es ist wichtig, dass man über Karpfen, Bestandsdichten, Besatzzahlen etc redet, auch hier und nicht nur in den Karpfenforen. Ich würde mal behaupten, dass viele Gewässer und die dortigen Raubfischangler von einem geringeren Karpfenbestand profitieren würden.
So ist es.
Der Karpfen wird und wurde ja ziemlich unscheinbar wahrgenommen, auch wegen dem oft fehlenden Laicherfolg. Das heißt aber keineswegs, dass die Effekte fehlen. Es ist auch nicht nur der Karpfen, sondern die Masse an Karpfen + Brassen. Die Niederländer haben das, vermutlich aufgrund deren eutrophierten Flachland-Gewässer, explizit untersucht:

- https://edepot.wur.nl/117606 (Bei google oder durch KI auf deutsch übersetzen)
- "Effects of benthivorous bream (Abramis brama) and carp (Cyprinus carpio) on sediment resuspension and concentrations of nutrients and chlorophyll a."
- https://www-sportvisunie-nl.transla...de&_x_tr_hl=de&_x_tr_pto=wapp&_x_tr_hist=true

@ATRiot01 Zum fehlenden Laicherfolg: Da brauchts nicht unbedingt Fortpflanzung, denn Karpfen wird und wurde bereits in sehr hohen Mengen besetzt, u.a. auch aufgrund geringer Kosten für den Besatz. Arlinghaus et al. machten 2015 ne riesige deutschlandweite Umfrage an 6488 Angelvereine. Das Ergebnis von 1222 Rückläufen der Angelvereine: 48,66% Besatz-Biomasse von Karpfen in Standgewässern und 24,72% in Fließgewässer :oops:
 

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ATRiot01

Dr. Jerkl & Mr. Bait
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So ist es.
Der Karpfen wird und wurde ja ziemlich unscheinbar wahrgenommen, auch wegen dem oft fehlenden Laicherfolg. Das heißt aber keineswegs, dass die Effekte fehlen. Es ist auch nicht nur der Karpfen, sondern die Masse an Karpfen + Brassen. Die Niederländer haben das, vermutlich aufgrund deren eutrophierten Flachland-Gewässer, explizit untersucht:

- https://edepot.wur.nl/117606 (Bei google oder durch KI auf deutsch übersetzen)
- "Effects of benthivorous bream (Abramis brama) and carp (Cyprinus carpio) on sediment resuspension and concentrations of nutrients and chlorophyll a."
- https://www-sportvisunie-nl.transla...de&_x_tr_hl=de&_x_tr_pto=wapp&_x_tr_hist=true

@ATRiot01 Zum fehlenden Laicherfolg: Da brauchts nicht unbedingt Fortpflanzung, denn Karpfen wird und wurde bereits in sehr hohen Mengen besetzt, u.a. auch aufgrund geringer Kosten für den Besatz. Arlinghaus et al. machten 2015 ne riesige deutschlandweite Umfrage an 6488 Angelvereine. Das Ergebnis von 1222 Rückläufen der Angelvereine: 48,66% Besatz-Biomasse von Karpfen in Standgewässern und 24,72% in Fließgewässer :oops:
Ich bin ja auch absolut der Meinung das der Besatz mit den Dingern reduziert werden muss. Ich kenne einige Gewässer die nur wegen der Karpfen einer Untwrwassermondlandschaft gleichen. Abgesehen davon das ich eh kein großer Freund von Besatz jeglicher Art bin, je nach Gewässer mal etwas neue Genetik würde bei funktionierenden Gewässern genügen. Aber erkläre mal dem Kochtopfie das vom Beitrag jetzt eine Laichzone gebaut werden soll statt 100kg Satzkarpfen und 50kg Forellen in das Badewannenbaggerloch zu hauen.
Trotzdem bin ich froh das sich die Karpfenarten bei uns mit der Vermehrung schwer tun, es bis auf einige wenige Tümpel kein Laichaufkommen gibt. Denn wenn da mal ein Jahrgang durchkommt ist da echt die Hölle los, und ohne zufüttern werden die Abertausende Jungkarpfen meist ziemliche Krepel und der restliche Friedfischbestand leidet auch ziemlich. Hab das bisher 2 mal erlebt, da hat sich der Bestand zwar iwann wieder „normalisiert“, schön wars trotzdem nicht.
 

fragla

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Abgesehen davon das ich eh kein großer Freund von Besatz jeglicher Art bin, je nach Gewässer mal etwas neue Genetik würde bei funktionierenden Gewässern genügen. Aber erkläre mal dem Kochtopfie das vom Beitrag jetzt eine Laichzone gebaut werden soll statt 100kg Satzkarpfen und 50kg Forellen in das Badewannenbaggerloch zu hauen.
Mal ne Frage nebenbei, bist Du in einem Verein oder gar in dessen Vorstand organisiert / tätig?
 

fragla

Barsch Vader
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Aber erkläre mal dem Kochtopfie das vom Beitrag jetzt eine Laichzone gebaut werden soll statt 100kg Satzkarpfen und 50kg Forellen in das Badewannenbaggerloch zu hauen.
Stell dich bitte mal bei der JHV vor die Mitglieder und erkläre das. Erkläre bitte auch, das es allein der Natur obliegt, ob die Laichzone produktiv wird oder nicht und das man möglicherweise 3-4 Jahre warten muss, bis man maßige Karpfen fangen kann. Eventl. bedarf es auch noch einer Genehmigung vom Verpächter.
Wenn man dann eventl. nach 3 Jahren fest gestellt hat, das die Laichzone den Bedarf an Fisch nicht decken kann, kommt die nächste Ernüchterung beim Fischzüchter. Der wird dir möglicherweise erklären, das er keine Fische für dich hat, weil Du ja die letzten 3 Jahre keine gekauft hast.
In der Zwischenzeit hast Du dir viele frustrierte Angler zum "Freund" gemacht, Du wirst am Gewässer (für deine gut gemeinte Idee) voll gepöbelt.

80% der Angler wollen einfach nur was für den Kochtopf / Pfanne was auch völlig legitim ist. Je nach Größe vom Gewässer und Mitgliederzahl, funktioniert das aber nur über Besatz.
In Bundesländern wo viel Wasserfläche vorhanden ist, sind solche Maßnahmen mit Sicherheit viel einfacher um zu setzten, bzw sorgt die Natur allein dafür.

Ich kenne einige Gewässer die nur wegen der Karpfen einer Untwrwassermondlandschaft gleichen.
Ich habe hier fast ausschließlich solche Gewässer, an denen ich groß geworden bin. Ich weiß nicht so recht ob man das allein den Karpfen zu schreiben kann. Meiner Meinung nach kommen da doch mehrere Faktoren zusammen.
 

Matthi

Gummipapst
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80% der Angler wollen einfach nur was für den Kochtopf / Pfanne was auch völlig legitim ist. Je nach Größe vom Gewässer und Mitgliederzahl, funktioniert das aber nur über Besatz.
In Bundesländern wo viel Wasserfläche vorhanden ist, sind solche Maßnahmen mit Sicherheit viel einfacher um zu setzten, bzw sorgt die Natur allein dafür.
Ja das ist hier glaube ich der Hauptfaktor. Wir haben hier nur ein paar relativ kleine Gewässer, der Großteil der Leute will Aal fangen, zum Vatertag Satzforellen aus besagtem Baggersee und ein paar Leute gehen auf Großkarpfen - die natürlich auch konsequent zurückgesetzt werden.

Ansonsten sind so ziemlich alle Gewässer in Vereinshand - aber eben von verschiedenen - da ist auch nix mit mal "gucken" wie es dort aussieht ohne lustig von Verein zu Verein zu wechseln. wirklich groß sind im Umkreis von 30km auch nur Weser, Hunte und das Zwischenahner Meer.

Ist eben so, kannste nix machen.
 

ATRiot01

Dr. Jerkl & Mr. Bait
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Stell dich bitte mal bei der JHV vor die Mitglieder und erkläre das. Erkläre bitte auch, das es allein der Natur obliegt, ob die Laichzone produktiv wird oder nicht und das man möglicherweise 3-4 Jahre warten muss, bis man maßige Karpfen fangen kann. Eventl. bedarf es auch noch einer Genehmigung vom Verpächter.
Wenn man dann eventl. nach 3 Jahren fest gestellt hat, das die Laichzone den Bedarf an Fisch nicht decken kann, kommt die nächste Ernüchterung beim Fischzüchter.
Meinte eigentlich keine Laichzone für Karpfen, die gehören einfach nicht in die meisten Gewässer, schon gar nicht sollte man deren Reproduktion unterstützen.
Aber wenn ich mir viele Gewässer in meiner Umgebung so anschaue fehlen da selbst für heimische Fischarten oft die Möglichkeiten zur natürlichen Erhaltung des Bestandes, sein es fehlendes Laichkraut/Shilfgürtel, steinige Bereiche in passenden Tiefen oder nicht vorhandene Flachwasserzonen. Vom natürlichen Nahrungsaufkommen für die Brütlinge mal ganz zu schweigen.
Ja ich versteh das „Problem“ mit vielen Mitgliedern auf der JHV und am Wasser, und auch das sich ökologisch sinnvolle, nachhaltige Lösungen wohl nie durchsetzen werden, und auch oft einfach nur schwer oder gar nicht möglich sind,aber ich muss das ja nicht gut finden und ab und an Mal zum darüber nachdenken anregen….
Beispiele für teuren Fehlbesatz, zB. von Störartigen, Hechten, Karpfen oder Zandern in ungeeignete Gewässer,oder auch reinen Put-and-Take- Salmoniden die am Ende halt bestenfalls den Kochtopfi unterhalten, im schlechtesten Fall einfach spurlos verschwinden oder gar nachhaltig das Gewässer schädigen kenne ich einige. Negative Konsequenzen aus der Erschaffung von Strukturen in der Vereinswanne dagegen dürften bisher kaum vorgekommen sein…
 

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