Kleine Übersicht Köderretter und wie sie wirken

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Saturday

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Mal eine andere Frage passend zum Thema: Ich nutze meinen Köderretter viel vom Ufer und benötige aufgrund des stumpfen Winkels der Angelschnur eine möglichst leichte Rettungsschnur am Köderretter, damit dieser wirklich bis zum Bait durchrutscht.

Welche Tragkraft muss die Rettungsschnur mindestens haben, damit sie auch bei fiesem Totholzhänger nicht reißt, sondern man immer seinen Köderretter wieder aus dem Wasser bekommt? Gerade verwende ich 0,58mm-Geflecht mit angegebener Tragkraft von 120lbs.
 

celx

Keschergehilfe
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Mal eine andere Frage passend zum Thema: Ich nutze meinen Köderretter viel vom Ufer und benötige aufgrund des stumpfen Winkels der Angelschnur eine möglichst leichte Rettungsschnur am Köderretter, damit dieser wirklich bis zum Bait durchrutscht.

Welche Tragkraft muss die Rettungsschnur mindestens haben, damit sie auch bei fiesem Totholzhänger nicht reißt, sondern man immer seinen Köderretter wieder aus dem Wasser bekommt? Gerade verwende ich 0,58mm-Geflecht mit angegebener Tragkraft von 120lbs.
Gute Frage.

Die Schnur muss zwei Dinge gleichzeitig erfüllen:
Sie soll möglichst leicht und gleitfähig sein, aber trotzdem genug Reserven haben, wenn man wirklich mal mit Kraft ziehen muss.

In der Praxis liegt die Zugkraft beim Ziehen von Hand meist irgendwo im Bereich von ca. 20–40 kg, kurzzeitig ggf. auch etwas darüber (z. B. bei ruckartigem Ziehen oder mit Hilfsmitteln).

Wichtig ist aber:
In den meisten Fällen reißt nicht die Schnur selbst, sondern eher der Knoten, etwas am Köder oder sie versagt durch Abrieb an Holz oder Stein.

Deine 0,58 mm mit 120 lbs (etwa 54 kg) ist daher absolut ausreichend und eher schon auf der sicheren Seite.

Ich würde als sinnvollen Bereich sehen:
Minimum: ca. 30–40 kg (65–90 lbs)
Optimal: ca. 50–60 kg (90–130 lbs)

Wichtiger als die reine Tragkraft ist aber:
• hochwertige, abriebfeste Geflochtene
• sauber gebundener Knoten
• möglichst glatte Oberfläche

Zu dick würde ich auch nicht gehen, weil:
Mehr Durchmesser = mehr Wasserwiderstand = schlechteres „Durchrutschen“.

Dein Schnur passt also ziemlich gut. Ich würde eher beim Handling und der Schnurqualität optimieren als noch stärker zu gehen.
 

Saturday

BA Guru
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@celx | Vielen Dank für deine Überlegungen zu meiner Frage. Ich bin auch zu dem gleichen Schluss gekommen und das bestätigt mich in meiner Schnurwahl.

In der Praxis habe ich vor Verwendung zumindest den Köderretter am Stahlhaken der Wäscheleine eines Wäschepfeilers angebracht und mich mit vollem Gewicht und voller Kraft reingelegt. Da verbiegt eher die Öse meines Köderretters als dass die Schnur reißt. Ein 50lbs-Geflecht in ca. 0,37mm bekam ich auf diese Weise jedoch problemlos am Knoten gesprengt.

Die Frage nach dem idealen Knoten beschäftigt mich natürlich ebenfalls. Eigentlich nehme ich gern den Clinch an Ösen, weil der wohl nominal eine sehr hohe Tragkraft hat. Aber er lockert sich bei manchen Schnüren und bei viel Gebrauch kann das Schnurende dann schon mal durchrutschen und potenziell den Knoten öffnen. Deswegen habe ich gerade den Grinner dran, der sich bei jedem Gebrauch immer schön "von selbst" festzieht. Die Knotentragkraft ist jedoch ein paar Prozentpunkte geringer als beim Clinch. ... Vielleicht ist der konkrete Knoten auch gar nicht so wichtig, solange er sich nicht öffnet, weil man die Tragkraft der Rettungsschnur eh ganz bewusst ein bisschen überdimensioniert.
 

celx

Keschergehilfe
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@Saturday

Sehr guter Praxistest, genau so muss man das machen.
Und dein Ergebnis passt auch ziemlich genau zu dem, was man erwarten würde.
Dass dir das 50 lbs Geflecht am Knoten reißt, ist absolut typisch. Gerade bei dünnerem Geflecht hast du durch Knoten + kleinen Biegeradius schnell deutliche Verluste.

Deine Einschätzung zum Knoten sehe ich auch so.
In dem Anwendungsfall ist wichtiger, dass er nicht rutscht oder sich öffnet, als die letzten Prozent Tragkraft rauszuholen.

Clinch: auf dem Papier stark, aber bei Geflecht manchmal kritisch
Grinner: etwas weniger Tragkraft, dafür stabil und zuverlässig

Ich würde da auch eher beim Grinner bleiben oder ggf. Richtung Palomar gehen – einfach weil „failsafe“ hier mehr bringt als Maximalwert.
Was man bei deinem Aufbau aber echt gut sieht: Die Öse ist der eigentliche Schwachpunkt.

Dieser dünne Draht (2mm und nur eingegossen!) mit kleinem Radius erzeugt ordentlich Punktbelastung – da verlierst du effektiv Tragkraft, selbst wenn die Schnur an sich mehr könnte. Um das zu minimieren könnte man hier an der Stelle mit Schrumpfschlauch, Silikonschlauch, Rig-Tube o.ä. arbeiten.
Dass sich die Öse eher verbiegt (oder sogar ausreißt) als die Schnur reißt, spricht da eine klare Sprache.

Als kleiner Spoiler: Bei der neuen Version wird es ein Gewinde sein, welches deutlich mehr Belastung standhalten wird.

Unterm Strich würde ich es genauso sehen wie du. Schnur ruhig etwas überdimensionieren, Knoten sauber und zuverlässig wählen und dann ist eher die Hardware (oder der Köder) der begrenzende Faktor als die Schnur.
 

Saturday

BA Guru
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Gewinde ist ne geile Idee und aus meiner Sicht eine eindeutige Verbesserung! Ich freue mich schon sehr auf die neue Kugel :)

PS: Wenn du nicht Kugeln entgegengenommen und repariert hättest und keine kompetenten Konstruktionsideen von dir kämen, hätte ich deinen letzten Post glatt für ne KI halten können :emoji_sweat_smile:
Textaufbau und Stil hast du eins zu eins übernommen. #no offence
 

celx

Keschergehilfe
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Gewinde ist ne geile Idee und aus meiner Sicht eine eindeutige Verbesserung! Ich freue mich schon sehr auf die neue Kugel :)

PS: Wenn du nicht Kugeln entgegengenommen und repariert hättest und keine kompetenten Konstruktionsideen von dir kämen, hätte ich deinen letzten Post glatt für ne KI halten können :emoji_sweat_smile:
Textaufbau und Stil hast du eins zu eins übernommen. #no offence
LOL. Danke für das Kompliment?
Ich bin einfach ne Machine. :sweatsmile:
 

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