Finesse-Methoden UL-Carolina-Rig mit Solid Tip und XS-Köder.
Beitrag enthält WerbungNachdem das Carolina-Rig gerade Thema ist, möchte ich auch noch einen kurzen Beitrag beisteuern. Denn am letzten WE kamen meine besten Barsche auf das UL-Carolina-Rig. Ausgangslage: Ich war zu Gast beim alljährlichen Angel-Festival in Neu Canow. Meine Mission war es, am Samstagabend einen XXL-Vortag übers Barschangeln zu halten und Samstag und Sonntag mit jeweils 8 Mitanglern vom Hausboot Barsche zu fangen. Das Wetter war wie im April. Mal Sonne, mal Regen. Mal kalt. Mal warm. Mal extrem windig. Mal ging es. Das Gewässer (der Labussee) wird stark beangelt. Große Barsche sollen aber drin sein. Zu Beginn hatte ich mich aufs klassisches Gummifischangeln eingestellt. Da passierte aber nicht viel. Fische fingen an Bord nur zwei Angler, die es mit dem Kickback-Rig versuchten. Kleine Barsche zwar. Aber immerhin.
Kickback und Carolina sind nicht superweit auseinander. Inspiriert vom Morgentau-Bericht (danke nochmal!) habe ich dann erstmal gebastelt. Im Endeffekt habe ich mit meinem Setup und meiner Führungsvariante die besten Fische rausgekitzelt an beiden Tagen. Da ist auch immer Glück dabei. Dennoch könnte mein Vorgehen evtl. als Blaupause für das Carolina-Rig-Angeln an überfischten Spots dienen. Oder auf maulige Barsche.
Mein UL-Carolina-Rig-Setup
Ich hatte eine Solid-Tip-Rute dabei und zwar die Diaflash BX 74 L in 2,23 m mit einem WG von 3 – 15 Gramm. (Unter dem Eindruck des letzten Rutenbruchs und der zu erwartenden Platzverknappung auf dem Floß hatte ich die Yasei LTD Perch Finesse Softbait daheim gelassen.) Daran eine 3000er Stradic Ci 4+ mit 0,07er Geflecht (ich nehm halt Kairiki – was ihr nehmt, müsst ihr wissen). 25er Fluorocarbon-Vor-Vorfach fürs 10,5 Gramm-Bullet. Rote Glasperle. Wirbel.
Dann 70 cm 20er FC als finaler Leader. Mini Haken mit Baitholder-Spirale (Camo EZ Lure Keeper Finesse in Größe 4). Und als Köder ein 2 Inch Swing Impact in Purple Chartreuse.
Warum Solid Tip fürs UL-Carolina-Rig?
Beim Carolina-Rig wartet man – wie bei vielen anderen Finesse-Methoden auch – oft ein bisschen mit dem Anschlag. Nämlich solange, bis der Fisch mit dem Köder losläuft. Allerdings nur, wenn die Fische zögerlich beißen. Die flexible Vollcarbon-Spitze (Taftec heißt sie bei Shimano, andere Hersteller nennen die Solid Tip) bietet den Fischen wenig Widerstand. Ergo ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass sie den Köder nehmen. Deutlich besser ist die Bissverwertung vor allem dann, wenn der Köder konstant geschliffen wird. Und genau das mache ich ziemlich oft.
UL-Carolina-Rig Köderführung
Die Montage war einsatzbereit. Der kleine Barsch stand vorm Floß. Der Grund war teils verkrautet, teils mit Muscheln bedeckt. Und die Barsche waren faul. Dementsprechend habe ich die Köderführung angepasst und das Rig nur ganz langsam über den Grund geschliffen. Sobald ein Barsch am Köder geschnuppert hat, habe ich angehalten, um ihm die Zeit zu geben, den Köder zu fressen. Das klappt oft. In diesem Fall aber so gut wie gar nicht. Die Barsche haben sich nur eingehängt, wenn ich aller Barschbibberer zum Trotz weitergeschliffen habe. Irgendwann wurde es dann mal schwer. Nicht wirklich oft, weil ich so auch relativ viele kleine Fische gefangen habe.
Aber die beiden besten Barsche kamen auf den kleinen Köder und nicht auf den 3,5 Incher, den ich alternativ immer wieder ausprobiert habe.
Wenn sie euch also mal sagen: Das Gewässer ist überfischt. Wenn ihr das Gefühl habt, dass Fisch da ist, der aber nicht beißen will. Wenn das Wetter Kapriolen schlägt. Wenn es also schwer wird. Probiert’s mal mit dem UL-Carolina-Rig. Es muss nicht immer klappen. Aber es könnte der Schlüssel zu ein paar mehr Bissen sein.