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Hard Baits aus Holz im Eigenbau – Rohlingherstellung Teil 1
Bisher benutze ich nur Holz, ich arbeite einfach lieber damit als mit Kunststoff, auch als Endprodukt liegen mir Holzköder einfach mehr als Kunststoffköder, ohne diese damit schlechtmachen zu wollen. Auch in meiner Kiste tummeln sich viele Kunststoffköder, von denen einige zu den Besten gehören! Kunstköder haben einen gravierenden Vorteil gegenüber Holzködern: sie sind auch für (Semi-) Amateure jederzeit schneller & einfacher reproduzierbar. Dass Holzköder dies nicht in dem Maße sind, ist aber nicht unbedingt ein Nachteil, kann man doch immer wieder positive Überraschungen bei leichten Abweichungen erleben. Holz ‚lebt‘ eben. Wie auch immer ... Ich benutze allerdings (noch) keine superweichen Hölzer wie Balsa. Deswegen werde ich nicht beschreiben, wie durchgehende Stahldrahtösen gebaut werden. Ich wollte zunächst möglichst gute Köder auf eine möglichst einfache Weise herstellen, deswegen die Beschränkung auf Flanker, die plane Seiten haben. Diese bieten den Vorteil, dass man nur eine Schablone braucht, die Dicke des Köders ist konstant. Das heißt auch, dass man nur eine Form pro Köder herausarbeiten muss. Natürlich steigen mit den eigenen Kenntnissen und Erfahrungen die an sich selbst gestellten Forderungen, aber grundsätzlich ist der Eigenbau von Holzködern sehr einfach. Trotzdem kann man ganze Bücher mit dem Thema füllen, ich hab nur 1–2 kurze Artikel, also nicht hauen, wenn was fehlt! Nich lang schnacken – machen!
Je mehr man hat, desto besser und desto komfortabler ist die Arbeit. Aber es geht auch mit einer Minimalausstattung … Mindestausstattung: Für eine gehobenere Ausstattung zusätzlich: Luxusausstattung: Hardware – Holz Holzauswahl und Vorbehandlung
‚Harte‘ Hölzer (Buche, Eiche, Ahorn, Tulipwood, Mahagony, Abura u.a.): Für alle gilt: das Holz muss gut abgelagert und trocken sein! Hat man nicht die Möglichkeit, eine Hobelmaschine zu benutzen, sollte man das Holz gleich in der benötigten Dicke kaufen. Gängige Dicken sind je nach Gesamtgröße 14–20 mm. Achtet darauf, dass die Stücke in Maserrichtung groß genug sind! Das heißt, dass die Maserung des fertigen Rohlings mit der Längsachse verläuft, nicht quer! Ansonsten werden die Rohlinge nicht stabil genug. Herausarbeiten der Köderform
Nun haben wir einen Köderrohling, der schon die richtige Dicke & die richtige Form hat. Allerdings hat der Rohling noch (hoffentlich) rechtwinklige Kanten, s. a). An diesem Punkt bietet es sich an, die jeweiligen Mitten zu markieren, wo später die Ösen montiert und die Löcher für die Beschwerung gebohrt werden. Es ist jetzt einfacher, die Schieblehre anzusetzen und die Mitten zu ermitteln als später, wenn die Kanten schon rundgeschliffen sind. Es geht allerdings auch später.
Ich benutze Edelstahlösen (1,9 x 26 mm), die eingeschaubt werden. Um diese zu befestigen, müssen unbedingt Löcher vorgebohrt werden, ansonsten kann es zu Spannungsrissen kommen. Je nach Holzart sollte man Bohrer benutzen, die einen kleineren Durchmesser als die Ösen haben: bei Harthölzern ca. 1,5 mm, bei weichen ca. 1 mm (bei Ösen mit 1,9 mm). Zum Bohren benutze ich einen Dremel, komfortabler ginge es mit einer Tischbohrmaschine … Natürlich muss darauf geachtet werden, dass alle Ösen mittig angebracht werden! Die Bohrlöcher werden später mittels einem Stück Draht mit Epoxy ‚gestopft‘, bevor die Ösen dann eingeschraubt werden. Gerade bei weicheren Hölzern ist es wichtig, dass man in der Herstellungsphase die Ösen nicht ständig rein- und herausdreht, da die Bohrungen so ‚ausleiern‘. Ich montiere die Ösen erst nach dem Lackieren, vor allem aus optischen Gründen. Baut man einen Jerkbait, ist spätestens hier Zeit für ‘ne Kaffeepause. Wobblerbauer machen länger und sägen noch einen Schlitz, in dem später die Tauchschaufel eingeklebt wird. Eigentlich sollte man von Anfang an gleich Lexan benutzen. Andere Kunststoffe taugen nur bedingt! Blech oder Alu kann man natürlich auch benutzen. Welches Material auch immer benutzt wird, hier sind erstmal nur zwei Werte interessant: die Dicke des Materials und der Neigungswinkel der Tauchschaufel. Klar, die Breite des Schlitz‘ für die Tauchschaufel sollte nur eine Winzigkeit breiter als die Dicke des Lexan sein. Ich habe erst einen Wobbler unter 100 mm gebaut, also fehlt mir hier die Erfahrung. Ab Köderlängen von ca. 130 mm kann man gut Material in 3 mm Dicke benutzen. Unglücklicherweise habe ich noch keinen absolut einfachen Weg gefunden, einen Schlitz akkurat in dieser Breite mit einem Sägendurchlauf hinzubekommen. Bandsägeblätter sind einfach zu dünn, um dies hinzubekommen. Dann eben mit 2 Sägeschnitten, der eventuell stehengebliebene Steg wird mit einem Meißel o.ä. entfernt. Ist der Schlitz mal zu groß geworden, ist‘s auch egal. Dann hat man bein Einkleben eben etwas mehr Spielraum, muss allerdings auch immer wieder justieren, bis der Kleber die Schaufel in Position hält. Bei Gelegenheit werde ich mal die Tischkreissäge meines Vaters ausprobieren ... Zur Not geht‘s aber auch einigermaßen mit der Handsäge. Der Schlitz muss selbstredend so weit wie nur irgend möglich rechtwinklig zur Längsachse des Köders gesägt werden. Das erspart nervige Korrekturarbeiten an dem fertigen Köder.
Nun wird der Köder schön per Hand geschliffen – nicht unter eine 100er Körnung gehen! Ansonsten gibt‘s häßliche Schleifspuren, die mühsam wieder entfernt werden müssen. Wesentlich feiner als ne 100er Körnung muss allerdings auch nicht sein. Zum Schluß 200er oder abgenutzte 100er benutzen, die dann auch ein feineres Schleifbild bringen. Der Rest wird durch eine Füllgrundierung ausgeglichen. Der Rohling wäre fertig, wenn da nicht noch die Beschwerung wäre, ohne die nur wenige Holzköder auskommen. Auch hier gibt es mehrere Möglichkeiten, um zu dem gewünschten Ergebnis zu kommen. Ausbleien Liegt der Rohling nun so weit vor einem, stellt sich die Frage, wieviel Blei der nun braucht, um zu schwimmen, schweben oder zu sinken. Irgendwann hat man bei gleichen Größen und Holzsorten ja Erfahrungswerte, aber bis dahin (und bei neuen Modellen) kann man folgendermaßen vorgehen, um sich ständiges an- und abmontieren von Versuchsgewichten zu ersparen: Man ermittelt die Wasserverdrängung des Köders. Der Köder muss das gleiche wiegen, wie das verdrängte Wasser, um darin zu schweben. Entweder man ermittelt das Gewicht des verdrängten Wassers anhand einer Feinwaage oder benutzt ein Gefäß mit einer Feinskalierung in ml. Außerdem braucht man das Gewicht des Köders außerhalb des Wassers inklusive aller Ösen, Sprengringe & Haken (event. auch Spinnstange oder Stahlvorfach, wenn man pingelig ist). Je feiner die Waage, desto besser. Meine hat eine Auflösung von 1 g, das reicht auch! Man bekommt zwar kein 100%-Ergebnis, liegt aber sehr nahe daran.
Rohling inkl. aller Anbauteile wiegt 50 g. Wird dieser Rohling nun mit 7 g beschwert, erhält man einen Suspender! Logisch: soll er schwimmen, braucht‘s nun weniger – umgekehrt braucht‘s mehr. Dies funktioniert, je nach Auflösung der Waage oder des Messgefäßes sehr gut. Aber nicht vergessen, dass Epoxy (wenn es denn benutzt werden soll) auch einiges wiegen kann, je nach Auftrag.
Also, frisch ans Werk! Und dann ab in die Barschalarmgalerie! Bezugsquellen für benötigtes Material und Informationen Holz: Holzfachmarkt, Gartencenter, regionales Kleinanzeigenteil, E-Bay usw. Edelstahlschraubösen, Edelstahlunterlegscheiben (und diverses anderes von Sprengringen & Drillingen, Envirotex Epoxy bis zu vorgefertigen Tauchschaufeln und sogar Rohlingen für den, der sich den ganzen, gerade beschriebenen Quatsch sparen will ...): www.lureparts.nl Schablonen, Inspirationen: www.barschalarm.de, www.lurebuilding.nl, www.tackleunderground.com, etc. Farben, Lacke: Baumärkte, Sprayershops, Airbrushbedarf usw. Geschrieben von angeliter Donnerstag, 19 Januar 2006 (11:12:08)
sauber, fred! bestens bebildert und beschrieben. und verdammt gut vorbereitet. hast es mir einfach gemacht, das ding hier reinzustellen. thanxxx
Re: Hard Baits aus Holz im Eigenbau – Rohlingherstellung Teil 1
SUPER Bericht bzw Anleitung, Danke! von lohmann am Donnerstag, 19 Januar 2006 (12:24:38) (Benutzerinfo | PN senden)
Re: Hard Baits aus Holz im Eigenbau – Rohlingherstellung Teil 1
Gratulation Fred, besser kann man das nicht machen, ich danke dir für die tollen Tipps….. von nomada am Donnerstag, 19 Januar 2006 (12:26:25) (Benutzerinfo | PN senden)
Re: Hard Baits aus Holz im Eigenbau – Rohlingherstellung Teil 1
... klasse auch die methode zur ermittlung der bebleiung von CatchAndReleaseIt am Donnerstag, 19 Januar 2006 (12:42:13) (Benutzerinfo | PN senden)
Re: Hard Baits aus Holz im Eigenbau – Rohlingherstellung Teil 1
wow!! geiler bericht!! aber ist gut zu sehen, was für unterschiede in deiner (eurer) herstellung besteht, zu meiner von leoseven am Donnerstag, 19 Januar 2006 (13:11:11) (Benutzerinfo | PN senden)
Re: Hard Baits aus Holz im Eigenbau – Rohlingherstellung Teil 1
Hey Angeliter,von Fishadelic am Donnerstag, 19 Januar 2006 (14:39:29) (Benutzerinfo | PN senden) Ganz geiler Bericht, super Fotos! So getrau ich mich auch ans Selberbasteln! Dank Dir, super Beitrag! Gruss, Fishadelic
Re: Hard Baits aus Holz im Eigenbau – Rohlingherstellung Teil 1
sehr, schön!von Tinsen am Donnerstag, 19 Januar 2006 (14:53:49) (Benutzerinfo | PN senden) diese werkstatt hätte ich auch gern 2 fragen: 1. ) beim ermitteln der bleimenge kommter der 50gr. köder auf die nullwage. warum zeigt die waage nicht 50gr + X verdrängung an, sondern weniger? wo ist mein physikproblem? 50 gr. mehr auf der waage bleiben doch 50 gr. warum sind es nur 30 gr ??? 2.) du hast eine form X (nachbau oder selber ausgedacht). wie bestimmst du, wo genau die 1 oder 2 bohrlöcher für die bebleiung angebracht werden, damit der köder waagerecht bleibt? gefühl oder nen bestimmter "trick" ?
Re: Hard Baits aus Holz im Eigenbau – Rohlingherstellung Teil 1
einfach nur erste sahne,von andi72 am Donnerstag, 19 Januar 2006 (15:00:23) (Benutzerinfo | PN senden) da lerne sogar ich noch was dazu -- naja wie das immer so is mit dem wollen und wirklich machen andi
Re: Hard Baits aus Holz im Eigenbau – Rohlingherstellung Teil 1
starker artikel fred! bin gespannt auf teil 2. von godfather am Donnerstag, 19 Januar 2006 (15:51:13) (Benutzerinfo | PN senden)
Re: Hard Baits aus Holz im Eigenbau – Rohlingherstellung Teil 1
Jo freu mich auch schon auf teil 2 von Eddy am Donnerstag, 19 Januar 2006 (16:05:26) (Benutzerinfo | PN senden)
Re: Hard Baits aus Holz im Eigenbau – Rohlingherstellung Teil 1
angeliter ich bin beeindruckt, klasse bericht. von Lachsy am Donnerstag, 19 Januar 2006 (16:08:34) (Benutzerinfo | PN senden) Jetzt übernehmen wir alle die schreinerrein Was holz angeht bin ich ja ne Niete Ich erwarte den teil 2 deines berichtes . mfg Lachsy
Re: Hard Baits aus Holz im Eigenbau – Rohlingherstellung Teil 1
für den einsteiger ein schatz, für die fortgeschrittenen sehr lehrreich von Enter am Donnerstag, 19 Januar 2006 (16:14:34) (Benutzerinfo | PN senden) der mega aufwand diesen umfangreichen bericht zu erstellen...
Re: Hard Baits aus Holz im Eigenbau – Rohlingherstellung Teil 1
Klasse Artikel! Vielen Dank dafür von Clausen am Donnerstag, 19 Januar 2006 (16:30:41) (Benutzerinfo | PN senden) Gruß Clausen
Re: FOLGENSCHWERER FEHLER
tinsens fragerei (thx tinsen!) hat mich auf einen inhaltlichen fehler hingewiesen! von angeliter am Donnerstag, 19 Januar 2006 (18:36:19) (Benutzerinfo | PN senden) FALSCH: Beispiel: Rohling inkl. aller Anbauteile wiegt 50 g. Ein Gefäß mit Wasser wird auf die Waage gestellt, diese wird nun nullgeeicht. Der Köder wird eingetaucht, die Waage zeigt 30 g an (30 ml Wasserverdrängung). Vom ersten Wert, 50 g, wird der zweite, 30 g, subtrahiert. 50 - 30 = 20 g RICHTIG: Vom zweiten Wert, 30 g, wird der erste, 50 g, subtrahiert. 30 - 50 = -20 g dieser köder würde also sinken wie ein stein, da er 20 g mehr wiegt als das verdrängte wasser!! S O R R Y !
So weit ich weiß, ist der Auftrieb eines Körpers gleich der Masse Wasser, das er verdrängt verdrängt er also 30g wasser, ist sein auftrieb auch 30g nach oben davon ziehst du das Körpergewicht ab (das wirkt ja nach unten), und schon hast du die differenz zum schweben die verdrängung läßt sich ganz gut mit der ml-skala am wassergefäß messen - 1ml = 1g
Re: Hard Baits aus Holz im Eigenbau – Rohlingherstellung Teil 1
klasse bericht fred! viele nützliche tips!!! von WoodyX6 am Sonntag, 22 Januar 2006 (17:32:56) (Benutzerinfo | PN senden)
Re: Hard Baits aus Holz im Eigenbau – Rohlingherstellung Teil 1
macht doch doppelt spass mit selbstgebauten ködern zu angeln. von basswalt am Samstag, 04 Februar 2006 (21:18:31) (Benutzerinfo | PN senden) |
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