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Extremsituationen am Po! Wie sollte ich fischen?

Wer kennt das nicht. Ich bin gerade für eine Woche zum Wallerfischen an den Po gefahren und schon beim ersten Blick auf den Fluss wird mir klar, dass hier alles andere als "normale" Bedingungen herrschen. Doch was tun, wenn ich mit solchen Situationen wie, extremes Hochwasser oder Niedrigwasser konfrontiert werde. Ich konnte in den letzten Jahren am Po einiges lernen und denke nun einen Großteil der Bedingungen die es dort gibt, zu kennen.

HOCHWASSER: Das beste Bespiel für eine extreme Bedingungsänderung konnten die Teilnehmer des Wallercups in diesem Jahr am eigenen Leibe erfahren. Das Wasser stieg in 48 h auf rund 5m über dem Normalwasserstand. Wer sich hier nicht anpassen konnte, tat sich außerordentlich schwer. Wie also vorgehen bei Hochwasser am Po?


Die normalerweise guten Stellen sind meistens bei diesen Bedingungen nicht mehr befischbar. So fallen Abspannaktionen von Buhnenköpfen oder vom Ufer aus, in der Regel aus. Das Fischen an den Steinpackungen ist wegen der starken Strömung so gut wie unmöglich. Wir sollten uns also Gedanken darüber machen, wie und wo die Welse bei diesen Bedingungen sich verhalten. Ab einem bestimmten Punkt und einer bestimmten Höhe des Hochwassers, werden die Sandbänke, Auen und Wiesen überflutet. Die Tatsache, dass hier nun ein wahres Schlaraffenland für alle Fischarten entsteht, lässt also nur den logischen Schluss zu, dass auch die Waller an diesem gut gedeckten Tisch zu finden sind. Durch das Hochwasser werden irrsinnig viele Schnecken, Insekten und andere Nahrungsbestandteile im Wasser freigesetzt, welche in erster Linie die Futterfische auf die überschwemmten Wiesen lockt. Und wo der Futterfisch ist, da ist der Wels bekanntlich nicht weit.

Dies bedeutet nun für uns diese Situation zu nutzen. Am besten hat sich bei diesen Bedingungen das Abspannen vom verankerten Boot aus bewährt.



Hierzu benötigt man allerdings ein kleines Beiboot um die Montagen aus zubringen. Am besten sind jene Stellen, welche im Bereich eines Rückwirbels eine Buhne liegen, oder in Innenkurvenbereichen mit weniger Strömung. Um das zu befischende Feld ideal abzudecken, sollte man an alle signifikanten Stellen einen Köder präsentieren.



So sollte auf jeden Fall, wenn das Wasser noch am steigen, oder gerade auf gleichem Stand ist, zu Beginn der Tage, zuerst herausfinden, ob die Waller auf die Wiese ziehen oder schon wieder auf dem Rückweg von den überschwemmten Gebieten sich befinden. Daher sollte man immer seine Montagen im Bereich der überschwemmten Wiese und am normalen Flusskantenverlauf platzieren. So zeigt sich in der Regel schnell, wo die meiste Aktivität zu verzeichnen ist. Eigene Erfahrungen haben gezeigt, dass zu Beginn des Hochwassers die Waller vermehrt auf oder direkt an den Graskanten der Wiesen gefangen werden. Fängt das Wasser allerdings an ein bisschen zu fallen, orientieren sich die Fische eher an den Flusskantenbereich und weniger direkt auf den Wiesen.



Die Methoden sind in der Regel das Anbinden am Gras direkt, oder an Bäumen und Büschen, oder das Anbinden an einem 3m Bambusstabes, welcher in den Sand gesteckt wird. In den tieferen Bereichen wird normal mit der Bojenmontage gefischt. Im Flachen solle man immer Vorfachlänge fischen. Hierzu sollte man am besten kein Blei auf der Hauptschnur haben, da sich in den letzten Jahren Unterschiede im Beißverhalten und dem Einsaugen des Köders bei Vorfachlängen gezeigt hatten.




NIEDRIGWASSER: Jedes Jahr wird der Po im Sommer von extremen Hitzeperioden und Niedrigwasser heimgesucht. Eigentlich sollte man ja annehmen, dass das Fischen dadurch einfacher werden sollte, da weniger Wasserfläche den Fischen zur Verfügung steht und daher die Fischdichte im Fluss höher ist, wie bei normalen Bedingungen. Aber so einfach ist die Sache natürlich auch nicht.



Das Positive an niedrigen Wasser ist, dass man von Ufer aus bequem auch jene Stellen befischen kann, welche bei Normalstand nicht zu erreichen sind. In der Regel sollte man daher diese Stellen befischen. Das kann z.B. eine Rinne in der Flussmitte sein, welche nun auch bequem von der Sandbank aus, direkt abgespannt werden kann, oder versunkene Bäume und andere Hindernisse, welche nun zum Vorschein kommen. Eine Problematik hat aber das niedrige Wasser gerade im Sommer. Der Sauerstoffgehalt im Wasser geht merklich zurück und das kann sich auch auf das Fressverhalten der Waller auswirken. So konnten wir in diesem Sommer feststellen, dass es immer gewisse Fressphasen über die Woche verteilt gab. So war in der Regel die Aktivität nach drei Tagen immer am höchsten gewesen und in diesen Nächten wurde dann auch immer am meisten gefangen. Wir können also davon ausgehen, dass die Welse bei diesen Bedingungen ihre Aktivität auf einmalige Fressphasen verlegen und dann von der Beute ein paar Tage zehren.

Die erfolgreichsten Methoden in diesen Zeitraum ist meiner Meinung nach das Bojenfischen, sowie das Anbinden an Hindernissen, Gras und Bäumen. Im direkten Vergleich mit der U-Posenmontage, konnte sich die Bojenmontage in dieser zeit eindeutig durchsetzten. In dieser Zeit haben wir mit der Boje immer in Vorfachtiefe gefischt. Weiter am Grund konnten wir nur wenig bis gar keine Aktivität verzeichnen. Generell hat sich fallendes Wasser immer negativ auf das Beißverhalten der Waller ausgewirkt. Es konnte ein klarer Rückgang der Fischausbeute beobachtet werden. Fängt das Wasser wieder an zu steigen, werden auch wieder die Fangerfolge höher!



So. Ich hoffe ich konnte Euch einen kleinen Einblick geben. Bilder und Montagen werden dann noch nachgeliefert!

MFG
Andreas Knausenberger
www.welsforum.de



Geschrieben von Andreas Knausenberger Freitag, 23 Februar 2007 (17:03:56)

"Extremsituationen am Po! Wie sollte ich fischen?" | Registrieren / Anmelden | 7 Kommentare
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Re: Extremsituationen am Po! Wie sollte ich fischen?
von Luretrekker am Samstag, 24 Februar 2007 (19:10:17)
(Benutzerinfo | PN senden)
Das macht wieder richtig Bock auf Wallerfischen. sehr glücklich



Re: Extremsituationen am Po! Wie sollte ich fischen?
von Corypheana am Mittwoch, 25 Juli 2007 (00:03:07)
(Benutzerinfo | PN senden)
Hey, ich finde den Bericht sehr interessant, schon alleine wegen der ungewöhnlichen Verhältnisse am Po, von denen Angler mir bereits spannende Geschichten berichtet haben.
Einen deutschen Wels habe ich leider noch nie gefangen, obwohl es zumindest als Zufallstreffer nach mathematischer Wahrscheinlichkeit inzwischen schon mehrere hätten sein müssen.
Mich würde mal interessieren, welches die einfachste und rationalste Lösung ist, auf Seen nebenbei mit einer Rute Welse gezielt zu befischen.
Beste Grüße



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