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Elektro-Zander
Seit diesem Tag sind nun zwei Jahre ins Land gezogen. Genug Zeit zum Üben. Und inzwischen hat sich mein Verhältnis zu den fußgesteuerten E-Motoren deutlich verbessert. Und so hab ich mir auch für mein eigenes Boot einen dieser schönen Motoren gekauft. Wohl wissend, dass das Driften nicht überall bei uns erlaubt ist. Das ist schade. Denn wenn man sich einmal an die Fußsteuerung gewöhnt hat, will man gar nicht mehr "vorne ohne" raus... Das System Elektro-Motoren arbeiten besser, wenn sie das Boot ziehen. Weil das Boot ruhiger fährt, wenn man heckvoraus steuert, sieht man die E-Motoren auf holländischen Booten oft am Heckspiegel neben dem Außenborder. So lässt es sich kursstabil über den Zanderparcous manövrieren. Nachteil dieser Variante ist, dass bei Wellengang oft Wasser über die Heckwand schwappt und man auf Dauer einen nassen Rücken bekommt. Außerdem hat man mit der Angel in der einen und der Pinne in der anderen Faust beide Hände voll zu tun. ![]() Auf den meisten amerikanischen Bassboats und auch auf vielen speziell fürs Vertikalangeln aufgebauten Booten befindet sich der E-Motor im Bug und zieht den Rumpf hinter sich her. Das Boot ist so um einiges wendiger. Wenn man außerdem bugvoraus fährt und trotzdem viel Wasser ins Boot bekommt, muss die Dünung schon derart beträchtlich sein, dass man am besten eh zu hause bleibt. Statt mit der Hand betreiben die Steuermänner die Motoren mit dem Fuß. Dazu benötigen sie natürlich Spezialausfertigungen, die mit einer Fußsteuerung versehen sind. ![]() Und die sieht so aus: Oben auf dem Motor ist eine Scheibe mit einem Pfeil oder Punkt angebracht, der anzeigt, in welche Richtung der Motor das Boot ziehen wird. Gesteuert wird die Richtung über das Kippen eines Pedals, an dem rechts ein „Powerschalter“ angebracht ist, den man herunterdrücken muss, um den Motor zu aktivieren. An einem Rad links findet man ein Rädchen, mittels dessen man die Geschwindigkeitsstufen einstellt. ![]() Multitasking pur Weil mir das „amerikanische“ System besser gefällt, habe ich meinen einfachen E-Motor gegen einen solchen fußgesteuerten Propeller eingetauscht und bin damit total glücklich. Die anfänglichen Probleme sind völlig normal. Es ist für Anfänger einfach schwierig, den Kurs, die Strömung und den Wind im Kopf zu einem Impuls zu verarbeiten, der den Fuß in einer gleichförmigen Bewegung das Richtige tun lässt. Zu allem „Übel“ will dann ja auch noch eine Spinnangel kontrolliert geführt werden. Da kann es schon mal zu einem Kurschaos kommen. Und ich kann da leider auch keine Entwarnung geben. Dagegen hilft nur Üben. Allerdings hat man das Ganze schneller drauf, als man anfänglich denkt. Und wenn man einmal mit der Fußsteuerung umgehen kann, kann man ganz anders angeln. ![]() Vertikalangeln Beim Vertikalangeln nach holländischem Vorbild ist die Bootssteuerung eigentlich der wichtigste Part. Denn anstatt die Rute und Rolle zu nutzen, um ein Gebiet abzufächern, bewegt man das Boot über die Zander und Barsche, um sie senkrecht oder leicht diagonal anzujiggen. Da die Zander meist auf einer bestimmten Tiefenlinie stehen, steht sinnvollerweise ein Echolot in Sichtweite des Kapitäns nach dem er seinen Kurs ausrichtet. ![]() Beim Vertikalangeln ist es nicht so wichtig, dass man beide Hände zum Angeln hat. Wobei man auch hier in Situationen kommen kann, in denen man zum Beispiel drillt und gleichzeitig vom Wind oder der Strömung gegen das Ufer oder in Richtung anderer Boote gedrückt wird. In solchen Fällen kann die Fußsteuerung vor Macken am Boot oder Fischverlusten retten. Hotspots abwerfen Essentiell wird die Fußsteuerung dann aber beim mobilen Spinnfischen. Es gibt viele Angler, die darauf schwören, schnell die Plätze abzuangeln und die aktiven Fische wegzufangen. Dieses „Run-and-Gun“-Fischen ist oft effektiver als das endlose Beharken einzelner Spots, bis sich ein passiver Fisch aus Ärger dazu entschließt dann irgendwann doch einmal den dauernd präsentierten Köder zu nehmen. ![]() Driftangeln ist eine gute Methode, wenn der Wind stimmt. Das Anrudern verschiedener Hotspots ist sinnvoll, wenn das Gewässer nicht zu groß ist. Wenn man aber flächendeckend und zielgerichtet ganze Uferabschnitte unabhängig von Wind und Strömung abfischen will, kommt man an der Fußsteuerung kaum vorbei. ![]() Weil man beide Hände frei hat, kann auch der Bootsführer das anvisierte Gebiet mit Würfen zupflastern und das Boot gleichzeitig immer etwas verschieben. Am Lake Caspe zum Beispiel fahren die Schwarzbarschangler so jeden einzelnen versunkenen Baum an, der für einen Blackie gut sein könnte. Nach drei punktgenauen Würfen gilt eine Baumkrone dann auch schon als ausgeangelt. Schon geht’s weiter zur nächsten. Auf diese Weise angeln sich die Schwarzbarschspezis durch die einzelnen Buchten, bis sie irgendwo einen Trupp aktiver Fische gefunden haben. ![]() Das funktioniert genauso gut beim Zanderzupfen. Und wenn wir hierzulande beim Hecht- oder Barschangeln ebenso mobil wären, könnten wir unsere Fangergebnisse deutlich nach oben schrauben. ![]() Ein Tipp noch: Verwendet zum Angeln am besten relativ kurze Ruten, so dass Ihr nicht auch noch zu viel Konzentration auf das Hantieren mit einer langen Gerte verschwenden müsst. Gerade beim gleichzeitigen Drillen und Steuern ist es gut, wenn man die Rutenspitze nicht aus den Augen verliert. Außerdem kann man so ja auch nah genug an die einzelnen Spots ranfahren… E-Motoren mit Fußsteuerung produzieren z.B. MotorGuide und MinnKota Ein Top-Revier zum Üben mit der Fußsteuerung ist der Caspe-Stausee in Spanien mit seinem erstklassigen Zanderbestand. Perfekt ausgestattete Boote (und Unterkünfte) bietet: Perca Bass, S.L. - La Perca 7 - Buzón 44 - Poblado de Pescadores - 50700 Caspe (Zaragoza) – Spanien - Tel. (Spanien): + 34 (0) 976 63 11 51 - Tel. (Deutschland): 0179 754 38 80 (18.00 – 22.00 Uhr)- Fax: 033 586 99 888 - Mail: percabass@arsystel.com – Homepage: percabass.com Noch mehr Unterkünfte: Lake Caspe Camping - P.Box 155 - 50700 Caspe (Zaragoza) – Spanien - Telefonische Auskunft: 030 787 13 903 - Mail: lakecaspe@lakecaspe.com - Homepage: http://www.lakecaspe.com Geschrieben von dietel Mittwoch, 23 August 2006 (05:28:29)
Hallo zusammen, ein sehr interessanter Artikel. Ich habe dazu eine Frage: Welche Voraussetzungen muss das Boot denn haben, dass man einen Motor vorne befestigen kann? Ich selbst bin bisher mit meinem Ruderboot unterwegs und möchte mir in den nächsten Monaten einen Motor zulegen, und bin bei der Suche danach auch auf diese Art von Motoren gestoßen. Haben diese Motoren Nachteile beim Schleppangeln? Vielen Dank im Voraus für die Antworten.
Ich kann nur bestetigen dass das Angeln mit fußgesteurten E-Motoren eine tolle Art ist den Räubern mit Kunstködern mobil und flexibel auf die Pelle zu rücken. Aber wie du schon sagst werde ich bestimmt auch wieder einige Tage brauchen bis ich unser Alien(so haben wir unsern E-Motor getauft)
Re: Elektro-Zander
Fein Hannes. WAT Du allet hast.. von ManneGlasauge am Mittwoch, 23 August 2006 (17:01:41) (Benutzerinfo | PN senden)
Ich habe auch eine frage Hannes:Bekommst du die Ausrüstung von den Herstellern gesponsort?
Vorraussetzung ist auf jeden fall eine einigermaßen große plattform vorne am Boot wo man die Halterung anbringen kann. und man sollte auch einen geeigneten Sitzplatz in Reichweite des Pedals haben. Und ausreichend Strom in Dosen (Batterien) brauchste auch. Ich habe mindestens 2 mal 100 Ah an Bord. Und wenn man mal ein wenig geübt ist, dann macht das schon richtig spaß. |
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