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Kleines Rubber-Jig-Einmaleins
Was verbirgt sich dahinter? Die ursprüngliche Variante war der „Jig and Pig“. Ein Bleikopf mit Fransen und Haken. An den Haken kam als zusätzlicher Reiz ein Stück in Salz eingelegte Schweinehaut (!). Diesen zusätzlichen Köder am Haken bezeichnet man auch als „Trailer“. Auch heute noch wird hierzu oft Schweinehaut verwendet, sogar von hippen Tackle Produzenten wie deps werden Trailer aus „Pork“ (Schwein) vertrieben. Dennoch überwiegt heutzutage die Verwendung von Gummiködern bei weitem. Oft Gummikrebse, aber auch Würmer (Worms) und Gummifische (Shads). Der geneigte Leser aus Deutschland fragt sich sicher was ihn das angeht. Wir haben schließlich keine Black Bass im Lande. Die gleiche Frage wurde auch Anfang der ´80er gestellt als die ersten „Mr. Twister“ Grubs auf den Markt kamen… Nun, ich habe nicht lange gefragt, sondern damit gefischt…und gefangen! Wie heute jeder weiß, sind Gummiköder extrem erfolgreich auf alle unsere einheimischen Raubfische. Genau das ist auch bei den Jigs der Fall. Deshalb bemühe ich mich, nachfolgend aufzuzeigen, welche Typen von Jigs es gibt und wie sich diese auf unsere Fische einsetzen lassen.
Man lässt nun den Köder einfach absinken und beobachtet dabei die Schnur. Oft erreicht er nicht den Grund, weil er vorher eingesaugt wird. Dies zu erkennen, kann oftmals sehr schwierig sein und erfordert einige Übung. Bleibt die Schnur stehen, obwohl man denkt, der Köder kann den Grund noch nicht erreicht haben (countdown), dann sollte man anschlagen. Zuckt die Schnur oder läuft zur Seite, dann ebenfalls.
Nicht nur Schwarzbarsche stehen gerne in Cover, auch unsere Barsche, Hechte und sogar Zander tun das mit Vorliebe. Dieser dicke Barsch z.B. wurde direkt in einer Krautinsel gefangen: Im Hindernis stehende Hechte sind oftmals nicht sehr groß da die Kapitalen eher im Freiwasser zu finden sind. Dennoch muss man immer mit einem Hecht rechnen.
Casting Jigs werden oft benutzt, um hindernisreiche Gewässerabschnitte etwas schneller abszusuchen als mit einem richtigen Coverjig. Man pitcht sie ebenfalls in oder an ein Hindernis und lässt sie einfach langsam absinken. Man möchte einen Biss direkt beim ersten Absinken erzielen. Erfolgt dieser nicht wird der Jig langsam einfach eingekurbelt und wieder ausgeworfen. Dies erfolgt in sehr schneller Abfolge.
Der Köder wird sehr gerne genommen wenn er auf dem Grund auftrifft, die Fransen sich etwas aufblähen und wedeln und der Trailer mit dem Hinterteil verführerisch wackelt (das können die Männer unter uns sicher gut nachvollziehen). Die Hakenöse sitzt meistens oben am Kopf und der Weedguard ist eher spärlich oder fehlt ganz. Die Führung ist sehr ähnlich zum klassischen Gummifisch-Jiggen mit Bleikopf, von daher gehe ich nicht näher darauf ein. Auch der Zielfisch ist der gleiche.
Die Führung richtet sich danach was imitiert werden soll. Krebs, Fisch oder Insekt. Ein zuppeln über Grund oder ein Jerken durchs Freiwasser kann ebenso zum Erfolg führen wie ein langsames Einkurbeln in Oberflächennähe.
Prinzipiell kann jeder Gummiköder der auch am herkömmlichen Bleikopf oder am Texas-Rig gefischt wird auch am Rubberjig als Trailer eingesetzt werden. Alle Arten von Krebsen, Würmern, Twistern und Gummifischen kommen in Frage und fangen auch Fische. Persönlich habe ich die besten Erfahrungen mit Krebsen gemacht, aber auch mit dünnen Shads und Würmern. Am Besten geeignet sind Köder die etwas Auftrieb haben, die also nicht flach auf dem Boden aufliegen sondern sich aufstellen. Bei Krebsen ist es extrem von Vorteil wenn die Scheren auftreiben, der Krebs also in Abwehrhaltung geht wenn er auf dem Boden aufliegt. Shads und Worms sollten ebenfalls mit dem Hinterteil abstehen, so können sie besser wahrgenommen werden und locken zusätzlich weil sie sich in der Regel etwas bewegen. Die Führung der Köder richtet sich natürlich danach was man imitieren möchte. Ein Krebs ist anders im Wasser unterwegs als ein Fisch oder Wurm. Man sollte sich fragen: Wie ist die Beschaffenheit des Gewässerabschnittes den ich befischen möchte? Welche Fischnährtiere sind dort vorhanden? Wie tief ist das Gewässer? Und genau danach dann den geeigneten Jig und den passenden Trailer auswählen. Farblich sollten der Skirt und der Trailer aufeinander abgestimmt sein und der Farbe der zu imitierenden Beute entsprechen. Es macht keinen Sinn einen blauen Krebs und Jig zu fischen, wenn die Krebse im Gewässer alle hellbraun sind. Im klaren Wasser ist das extrem wichtig, in trüber Suppe eher egal. Als Faustregel gilt: Brauntöne (mit beliebigen Farbtupfern dazu) in klaren Gewässern, schwarze Grundfarbe in trüben Gewässern. Eine Ausnahme ist die Farbe weiß, die kann unter bestimmten Voraussetzungen in allen Gewässern sehr erfolgreich sein. Die Möglichkeiten und Köder sind nahezu unbegrenzt, man kann sich auf das Jigfischen regelrecht spezialisieren und eine umfangreiche Sammlung aufbauen:
Für den Anfang kann man sich aber auch auf ein kleines Set beschränken, beispielsweise von Berkley gibt es sehr schöne Einsteigerpakete mit Jigkopf und dazu passenden Trailern. Das ist völlig ausreichend um erste Gehversuche zu wagen.
Viel Spaß dabei! Norbert Geschrieben von NorbertF Freitag, 16 Oktober 2009 (08:59:30)
Re: Kleines Rubber-Jig-Einmaleins
WOW, das ist ja witzig...hab Dietel gestern einen Bericht über das Selberbauen / Binden eines kleinen Rubber-Jigs geschickt...und jetzt das.von Adri am Freitag, 16 Oktober 2009 (09:09:26) (Benutzerinfo | PN senden) Sehr interessanter Bericht, ich muß ihn glatt noch mal lesen. Super Sache und....RESPEKT!!!
Re: Kleines Rubber-Jig-Einmaleins
Super Bericht!!!von hechtjäger am Freitag, 16 Oktober 2009 (09:59:43) (Benutzerinfo | PN senden) Mitlerweile fische ich auch am liebsten diese Jigs. Also Super Sache. Tight Lines Steven
Re: Kleines Rubber-Jig-Einmaleins
Vielen Dank für den geilen Bericht!von mabu80 am Freitag, 16 Oktober 2009 (10:03:20) (Benutzerinfo | PN senden) Echt Spitze, sowas soll BA ausmachen und nicht irgendein Gezicke über/von irgendwelchen Usern! Hut ab...
Re: Kleines Rubber-Jig-Einmaleins
coole sache..von bulldawg am Freitag, 16 Oktober 2009 (13:14:25) (Benutzerinfo | PN senden) wenns die nur in hecht-tauglichen größen geben würde aber wenn ich das nächste mal zum barscheln gehe, hab ich son gummifransendingens dabei..
Re: Kleines Rubber-Jig-Einmaleins
Sehr schöne Zusammenfassung zum Thema Rubberjigs!von raubfischpolizei am Freitag, 16 Oktober 2009 (13:54:25) (Benutzerinfo | PN senden) Habe diese Saison auch so viel wie nie zuvor mit den Dingern geangelt und bin voll auf den Geschmack gekommen. Haupteinsatzgebiet war bei mir jedoch nicht das Angeln im Cover sondern das Fischen recht leichter Rubberjigs im Mittelwasser. Durch das langsame Sinkverhalten haben sie Jigs ohne Skirt so oft ausgestochen. Vielen Dank für den Bericht!
Re: Kleines Rubber-Jig-Einmaleins
Sehr schön Norbert, das ist dann ja auch schon ein Hinweis auf das, was wir demnächst mal mitnehmen. von lelox am Freitag, 16 Oktober 2009 (15:20:16) (Benutzerinfo | PN senden)
Re: Kleines Rubber-Jig-Einmaleins
Sehr, sehr guter Bericht... sehr, sehr... von Benny am Montag, 19 Oktober 2009 (05:56:44) (Benutzerinfo | PN senden)
Re: Kleines Rubber-Jig-Einmaleins
Danke an alle für die freundlichen Worte und das Lob. Freut mich daß es gerne gelesen wird. von NorbertF am Montag, 19 Oktober 2009 (07:25:43) (Benutzerinfo | PN senden)
Re: Kleines Rubber-Jig-Einmaleins
Nun ja, es gibt Tage, da fängt man mit den Dingern selektiv die Dicken und an anderen Tagen geht darauf gar nichts...es is also wie mit vielen anderen Ködern auch, Rubberjigs sind auch nicht immer das "non plus ultra", aber manchmal bescheren sie einem wahre Strnstunden, also defintiv ein paar in die Tasche packen von bengilo am Mittwoch, 21 Oktober 2009 (19:58:19) (Benutzerinfo | PN senden)
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