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Zeitlupensuspendern auf vertriebene Winter-Barsche
Kann sein, dass die Barsche nicht da sind. Viel wahrscheinlicher aber ist es, dass sie sich ins Mittelwasser verdrückt haben. Auf die Idee hat uns ein netter Schwabe names Micha gebracht, den mein Kumpel Jochen an der Havel kennen gelernt hat. Micha fing beim Testen seiner neuen Baitcaster-Kombo mit seinen Suspendern die Barsche aus der oberen Wasserschicht heraus. Die dazu passende Theorie kommt von Jochen: Wenn die Barschspots von großen Brassenschwärmen heimgesucht werden, werden die Barsche ins Mittelwasser vertrieben. Der Verdacht, dass es einen Zusammenhang zwischen Brassenkontakten auf Gufi und Barschfängen im Mittelwasser gibt, hat sich inzwischen erhärtet. Wobbler haben während der großen Havel-Brassen-Invasionen meistens viel besser gefangen. Und darüber hinaus auch viel weniger ungewollte Kollisionen mit Friedfischen verursacht als ein Gummifisch. Vorausgesetzt, es waren extrem langsam geführte Suspender… Das Problem mit den Brassen ist, dass man mit dem Gummifisch am Bleikopf kaum um sie herum fischen kann. Selbst wenn man den Jig nur ganz zaghaft anhebt, läuft man Gefahr, ihn in einer Brassenflanke zu verankern... ![]() ...bzw. auf hungrige Raubbrassen zu treffen. ![]() Inaktive Barsche Kaltes Wasser führt dazu, dass der Stoffwechsel aller Fische nach unten gefahren wird und dass wilde Jagdszenarien deshalb ausbleiben. Man hat es also primär mit inaktiven Fischen zu tun. Innaktive Barsche haben einen viel kleineren Aktionsradius als raubende. Das bedeutet für unsere Köder, dass sie viel länger in ihrer Nähe spielen muss. Verfolgen werden ihn die Fische jedenfalls nicht. Sobald der Köder aus dem unmittelbaren Gesichtfeld herausbewegt hat, sinkt die Chance auf einen Zugriff gegen null. Wenn sich aber ein vermeintliches Beutefischchen lange genug im Sichtfenster der Barsche aufhält, stehen die Chancen gut, dass sich irgendwann einer aus der faulen Meute darauf stürzt und die Sache in Schwung kommt. ![]() Diese Mission ist wie geschaffen für schwebende Wobbler. Das Besondere an den Suspendern ist, dass sie so sauber ausbalanciert sind, dass sie bei Spinnstopps waagrecht im Wasser liegen. Die meisten Suspender halten ihre Balance im Wasser durch integrierte Kugeln. Aber das ist nicht die einzige Funktion der Füllung: • Die Kugeln geben Geräusche von sich, wenn sie beim Anzupfen des Köders gegeneinander prallen. • Beim durch einen langen Spinnstop erzeugten „Ausrollen“ vibriert der Köder kaum wahrnehmbar. • Dadurch, dass sie in das während des Fluges vorne befindliche Wobblerende rutschen, sorgen die Kugeln auch bei kleinen Wobblern für eine stabile Flugbahn beim Auswurf. ![]() Unsere bevorzugten Winter-Barsch-Suspender sind zwischen 5 bis 9 cm lang, schlank und kommen in unauffälligen Farbdekors (z.B. Ayu, Aurora Brown, Ghost) oder als Weißfischimitate (z.B. American Shad, Herring, Silver Shiner) daher. Hier mal ein paar Farbvorschläge aus dem Hause Lucky Craft: ![]() Köderführung Ihre wahre Stärke entfalten Suspender, wenn man mit ihnen spielt und sie wie ein angeschlagenes Fischchen agieren lässt. Im Winter muss der Köder ein bisschen zittern, ein bisschen zucken und dann eine Weile leblos im Wasser schweben. Nach dem Auswurf bringt man den Wobbler dazu durch gleichmäßiges Einkurbeln auf Tiefe. Dabei wird die Rutenspitze schon abgesenkt, so dass sie aufs Wasser zeigt. Und dann folgt der bereits beschriebene Mix aus Zittern, Zucken und Verharren. Zittern: Um den Köder auf der Stelle vibrieren zu lassen, versetzt man die Rutenspitze mit einem Zittern aus dem Handgelenk minimal in Schwingung. Diese Vibration überträgt sich über die Schnur auf den Köder, der jetzt dasteht wie ein Fischchen, das seinem Henker vor Angst bibbernd in die Augen sieht. Zucken: Dezente Zupfer aus der Rutenspitze in die minimal erschlaffte Schnur lassen den Suspender kurz ausbrechen. Das sieht aus wie eine letzte Flucht, ein kurzes Aufbäumen gegen den finalen Zapfenstreich. Von diesem Zucken geht außerdem eine Lockwirkung aus, da der Wobbler leicht kippt und seine Flanken aufblitzen. Verharren: Nach jeder Aktion lässt man den Wobbler eine Weile auf der Stelle stehen. Für den Barsch ist der kleine Fisch nun gerade gestorben und stellt eine frische aber dennoch sehr einfach zu greifende Mahlzeit dar. Und tatsächlich kommen die meisten Bisse, wenn die Barsche ihre Beute leblos vor sich sehen. Die Pausen können eigentlich gar nicht lange genug dauern. Manchmal erfolgt der Zugriff erst nach 10 Sekunden des Verharrens. Womöglich, weil der Barsch erst dann davon überzeugt ist, dass er dem Fisch nicht auch noch hinterher jagen muss, wo das Verdauen an sich ja schon anstrengend genug ist. ![]() Bisserkennung Da die Fische hier häufig direkt vor unseren Füßen beißen, konnten wir viele Bisse live beobachten und die Ausbeute dadurch steigern. Denn die Bisse kommen jetzt oft alles andere als brachial. Viel häufiger schieben sich die Barsche an den Köder heran und knabbern ihn an, als dass sie ihn hemmungslos inhalieren. Oft kann man diese Attacken kaum spüren. Aber man kann sie sehen. Im Nahbereich hat man im klaren Winterwasser mit einer Polbrille die Chance, direkt die zaghaften Attacken auf den Wobbler zu verfolgen. Wenn der Wobbler weiter draußen ist, ist die Beobachtung der Schnur das einzige Mittel der Bisserkennung. ![]() Wobei sich die Fische in den seltensten Fällen mit einem kräftigen Zucken an der auf Halbspannung gehaltenen Sehne verraten. Manchmal ist es nur eine kleine Verschiebung des Einstichs ins Wasser oder ein Zusammenklappen des leichten Schnurbogens. Im Zweifel also: Nicht lange nachdenken und stattdessen mit einem leichten Anhieb auf Tuchfühlung gehen. Hardware Grundvoraussetzung für den immensen Spaß, den man beim Suspendern haben kann, sind kurze und relativ steife Ruten, mit denen man die kurzen Zupfer aus der Rutenspitze am besten ausführen kann. Denn es sieht wirklich anders aus, wenn man einen Suspender mit zur Seite zeigender oder mit nach unten gerichteter Rutenspitze anzupft. Die kleinen Suspender wiegen oft nicht mehr als 5 Gramm. Um diese Leichtgewichte den ganzen Tag locker aus dem Handgelenk zu werfen und einzuzupfen, verwende ich eine ultraleichte Spinnrute von maximal 1,8 m Länge mit einer schnellen Spitzenaktion auszeichnen. Solche Ruten müssen gar nicht teuer sein. Eine tolle Einsteigerrute ist zum Beispiel die Cherrywood Spinning von Berkley (Länge: 1,8 m / WG: 4 bis 16 Gramm / ca. 30 Euro). Dazu passt eine kleine Stationärrolle, auf die ich am liebsten eine ganz dünne Geflochtene spule (z.B. 0,06er Crystal Fireline), mit der ich die sehr zaghaften Bisse noch einigermaßen wahrnehme. Ein ca. 1 m langes Stück 18er bis 23er Fluorocarbon (Berkley Vanish) als Vorfach ist im klaren Winterwasser oft fangentscheidend. Extra-Tipp: Weil die Barsche so zaghaft zupacken, sind scharfe Haken unentbehrlich. Und so rüste ich alle Suspender mit einem Owner-Drilling aus, die nicht von Hause aus mit einem dem Schärfegebot entsprechenden Haken ausgestattet sind. ![]() Geschrieben von dietel Donnerstag, 14 Februar 2008 (09:08:31)
Re: Zeitlupensuspendern auf vertriebene Winter-Barsche
Klasse Bericht bin seid zwei Tagen auch mit dem Squiell DD unterwegs konnte aber bis Dato noch keinen verbuchen bliebe aber drann!!! Der bericht hat ich zum nachdenken gebracht!!!von Tacklekalle am Donnerstag, 14 Februar 2008 (10:31:54) (Benutzerinfo | PN senden) C&R Tight Lines der Kalle
Re: Zeitlupensuspendern auf vertriebene Winter-Barsche
Die Brassentheorie find` ich klasse - hört sich für mich plausibel an und wie eine Tatsache. Ich bin von allein nicht drauf gekommen von Benny am Donnerstag, 14 Februar 2008 (12:04:19) (Benutzerinfo | PN senden)
Re: Zeitlupensuspendern auf vertriebene Winter-Barsche
Toller vortrag ,hab´s och probiert da ging aber ein Hecht .... von twisterpaule am Donnerstag, 14 Februar 2008 (15:13:02) (Benutzerinfo | PN senden)
Re: Zeitlupensuspendern auf vertriebene Winter-Barsche
Na, den Micha hab ich doch vor ein paar Tagen am Bahnhof Zoo gesehen, mit seiner neuen Baitcaster-Kombo, als ich auf dem Weg zum Kiosk war und mir die neusten Angelzeitschriften angucken wollte! von Daniel am Donnerstag, 14 Februar 2008 (16:45:16) (Benutzerinfo | PN senden) So ähnlich fängt "leoseven" seine Barsche auch... Gr D
Re: Zeitlupensuspendern auf vertriebene Winter-Barsche
Klasse Bericht.Aber selbst beim Suspendern geht ihr also mit feinstem Gerät zu Werke.Bin leider erst mitte April an der Havel und werd es morgen mal in nem Baggersee probieren.Na hoffentlich wird das was von Havelschreck am Donnerstag, 14 Februar 2008 (18:30:50) (Benutzerinfo | PN senden)
Re: Zeitlupensuspendern auf vertriebene Winter-Barsche
Manchmal bin ich mir wirklich unschlüssig, ob ich solchen Berichten, die sicherlich toll sind, meinen glauben anvertrauen soll und evtll. auch meinen Angelstil der Jahreszeit bedingt, dem geschilderten anpassen soll? Mit einem ordentlichen Shad am DropShot kann ich doch genauso, wie dramatisch geschildert, einen verendenden Fisch in unterschiedlichen Tiefen simulieren. von Rhöde am Donnerstag, 14 Februar 2008 (18:46:29) (Benutzerinfo | PN senden) Mich würde noch interessieren was das für eine Angel auf dem Photo ist ? Scheint auf dem ersten Blick eher ein Knüppel zu sein und nicht wie die in dem Tip beschriebene 1,80 m Peitsche. Wie gesagt ich will den tollen Bericht in keinster Weise anzweifeln aber auch nicht als absolutes einziges Geheimrezept für den Winter bei Brassenalarm dramatisieren.
Re: Zeitlupensuspendern auf vertriebene Winter-Barsche
Moin, moinvon zaba50 am Donnerstag, 14 Februar 2008 (20:40:25) (Benutzerinfo | PN senden) Ich kann AF Rhöde nur zustimmen ! Seit 2 Wochen stehen bei uns die Barsche und Hechte sowie die Zander auf einer Tiefe von 6 - 9 mtr. und nur da wird gefangen von allen Anglern die noch auf dem See sind ! Es ist von Gewässer zu Gewässer alles so verschieden um daraus Schlüsse zu ziehen..... Petri Heil
Re: Zeitlupensuspendern auf vertriebene Winter-Barsche
ah... der micha hab ich in potsdam auch schon getroffen. find den bericht klasse und kann den nur bestätigen. auf barsch geht mit gummi im moment nix. am drop shot haste ab und zu noch nen zander, ansonsten nur brassen.von dalai am Donnerstag, 14 Februar 2008 (22:07:47) (Benutzerinfo | PN senden) wenn man nun nicht 5 stunden stehen möchte und versucht sich mit den andern zandergeilen die 3 maßigen zander die in der zeit da vprbeikommen prügeln möchte, geht man ma mit nem suspender auf barsche... da hat man ne wesentlich höhere bissfrequenz und nen hecht is mir am we auch auf nen suspender geschossen. gruß chris
Re: Zeitlupensuspendern auf vertriebene Winter-Barsche
dropshot oder ein gummifisch sind meiner meinung nach definitiv brassenfreundlicher als ein wobbler mit 6 sauscharfen haken dran. überfischen kann ich brassen auch mit leichten gummifischen und softjerks. der vorteil von denen ist, dass man keine barsche von außen hakt und tendenziell die besseren Fische fängt. Macht einfach keinen Spass 20er Barsche mit Wobblern von innen und außen zu piercen.von hechtbarschmefo am Freitag, 15 Februar 2008 (13:30:31) (Benutzerinfo | PN senden) Zur Rute: Nen fast-Stock würde ich nicht zum wobblern nehmen.
Re: Zeitlupensuspendern auf vertriebene Winter-Barsche
oh mein gott ist das eine schöne hand, auf dem raubbrassenbild von leoseven am Freitag, 15 Februar 2008 (16:26:12) (Benutzerinfo | PN senden)
Re: Zeitlupensuspendern auf vertriebene Winter-Barsche
Super Bericht & geile Bilder von angelbaron am Montag, 18 Februar 2008 (21:21:45) (Benutzerinfo | PN senden) Bei uns ist im Moment leider Kunstköderverbot (Schonzeit), aber auch die geht vorbei. Viele Drills wünscht angelbaron
Re: Zeitlupensuspendern auf vertriebene Winter-Barsche
Habe da unten versehentlich was falsch gemacht habe das nicht ganz kapiert.von Stefek am Samstag, 16 Februar 2008 (18:44:09) (Benutzerinfo | PN senden) Toller beitrag Wie heist die Firma wo die wobbler herstellt (die suspender) werden ??? was für Fraben sind jetzt gut wäre nett wenn ihr mir ein paar Links geben könntet.
Re: Zeitlupensuspendern auf vertriebene Winter-Barsche
guter bericht.von chris_-l am Dienstag, 19 Februar 2008 (17:32:06) (Benutzerinfo | PN senden) werde es in den nächstenb tagen wohl auch mal wieder auf meine stacheligen freunde versuchen mfg chris_-l
Re: Zeitlupensuspendern auf vertriebene Winter-Barsche
Ganz Ehrlich ich habe auch welche und, immer sind sie auch nicht der Börner aber aus diesem Grunde gibt es ja verschiedenste Köder.von z_hunter am Freitag, 07 März 2008 (14:59:57) (Benutzerinfo | PN senden) Mal ist der Erfolgreich und mal der Andere so ist nun mal das Leben. Denn Ihr eßt ja auch nicht jeden Tag das Gleiche !
Re: Zeitlupensuspendern auf vertriebene Winter-Barsche
cooler bericht muss ich auch unbedingt probieren im winter von zander_hunter440 am Sonntag, 24 August 2008 (10:55:15) (Benutzerinfo | PN senden)
Re: Zeitlupensuspendern auf vertriebene Winter-Barsche
finde ich sehr interessant,aber warum sollte der barsch den stehenden von hechtcroissant am Freitag, 20 März 2009 (21:43:18) (Benutzerinfo | PN senden) suspender als totes fischchen sehen???ein töter fisch treibt doch auf
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